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Digitaler Rezeptur-Rundgang auf der Expopharm impuls

Im Rahmen der diesjährigen Expopharm impuls konnten Interessierte an einem digitalen Rezeptur-Rundgang teilnehmen und dabei Bewährtes auffrischen und Neues erfahren.
Caroline Wendt
14.09.2021  15:00 Uhr

»Wie arbeite ich optimal mir DAC- und NRF-online?«, das sei ein altbekanntes Thema, so Dr. Michael Hörnig, Leiter des Prüflaboratoriums DAC. Die digitale Ausgabe des Standardwerkes biete neben den Texten der losen Blattsammlung noch mehr fachliche Informationen. Um diese nutzen zu können, seien lediglich der aktuelle Zugangscode und eine kurze Registrierung notwendig, zu finden in der jeweiligen Lieferung des DAC/NRF.

Über die Suchfunktion seien alle Texte aus den verschiedenen Kategorien zu finden. Neben den Monographien der Printausgabe geben der Rezepturhinweis und der Rezepturfinder wichtige Hilfestellungen bei der Durchführung von Rezepturen. Zusätzlich zu Kommentaren der DAC/NRF-Redaktion finden Apotheken im Rezepturfinder wichtige Links und können über ein Ampelsystem sehen, ob eine Rezeptur in Ordnung sei (Grün) oder nicht (Gelb bis Rot). »So hat man alle wichtigen Informationen auf einen Blick«, erklärte Hörnig

Ein weiterer wichtiger Bereich der DAC/NRF-Internetseite seien die Tools, berichtete der Leiter des DAC. Neben den wohl jedem bekannten »Tabellen für die Rezeptur« sind hier weitere Arbeitshilfen zu finden. So gibt es zum Beispiel Arbeitsvorlagen als Worddokument für die Dokumentation von Rezepturen oder für die Kommunikation mit dem Arzt. Wichtig sind Hörnig zufolge auch die Rechenhilfen. Hier finden Apotheken beispielsweise Hilfe zum Einwaagekorrekturfaktor oder der massebasierten Herstellung von Kapseln.

Verschiedene Kooperationen 

In Zusammenarbeit mit Pharma4u sei auf der Internetseite des NRF/DAC seit einigen Jahren auch ein Plausibilitätscheck möglich. »Weitere Kooperationspartner können die Nutzer nach der Anmeldung in ihren Kontoinformationen finden«, informierte Hörnig weiter. Hier sind die Zugangsschlüssel zu Labor+ von Pharma4u, LabXpert von Wepa, Dr. Lennartz-Laborprogramm und rezepturdoku.de zu finden. »So können die Inhalte von DAC/NRF auch in den jeweiligen Programmen genutzt werden« konkretisierte der DAC-Leiter.

Diese Funktion sei bei Labor+ bereits seit zweieinhalb Jahren enthalten, erklärte Ulrich Brunner, Geschäftsführer der Pharma4u GmbH. »Unser Programm erkennt auch, wenn Sie eine Rezepturformel frei komponiert eingeben, ob eine DAC/NRF-Monographie vorliegt und macht gegebenenfalls auch Vorschläge, wenn es eine ähnliche Vorschrift gibt.«

Doch es gebe auch einige neue Entwicklungen bei dem Pharma4u-Laborprogramm, wie einen Listengenerator zur Prüfung von Verfalldaten oder über die Prüflisten von Ausgangsstoffen. Außerdem können geprüfte Ausgangsstoffe mit einem Code versehen werden. Diese Funktion sei als Reaktion auf die Ereignisse in Köln entstanden, wo es vor einigen Jahren aufgrund der Verwechselung von Glucose mit einem Lokalanästhetikum zu einem Todesfall kam. Weitere Ausbaustufen von Labor+ sind ebenfalls geplant: »Die Schnittstelle zur Warenwirtschaft und die Möglichkeit zur Taxierung wird in Kürze entwickelt«.

Sichere Schnittstellen

Doch was ist der Unterschied zwischen Labor+ und LabXpert? Dazu Brunner: Das webbasierte Laborprogramm von Pharma4u gebe es seit sechs Jahren. »Nach der Einführung der neuen Apothekenbetriebsordnung war die Durchführung des Plausibilitätschecks das Maß der Dinge«. Danach sei das Programm weitergewachsen zu einem vollwertigen Laborprogramm für Rezeptur, Defektur, der Prüfung von Ausgangsstoffen und Fertigarzneimitteln. Danach sei die Umbenennung in »Labor+« erfolgt. LabXpert sei durch die enge Zusammenarbeit mit der Firma Wepa entstanden und werde durch die Apothekenfirma vertrieben. »Wepa ist an uns herangetreten mit dem Wunsch, das Programm weiterzuentwickeln, um Schnittstellen zu generieren«, berichtete Brunner. So ließen sich Geräte wie der Topitec direkt ansteuern oder die Wäge-Ergebnisse dokumentieren. Diese Lösung trage maßgeblich dazu bei, die Sicherheit in Labor und Rezeptur zu verbessern.

Eine gute Vernetzung ist auch nach Meinung von Heinz Kragt, Leiter des Fachbereichs Apothekentechnik der Firma Wepa, wichtig. »Oft erleichtern aber auch kleine Dinge den Apothekenalltag«, sagte Kragt. So etwa der Apotec NIR-Messcube zur Messung beim Verwenden der Keramikschale. Neu sei in diesem Jahr auch, dass es zum Apotec Oculo-Dispenser nun auch Aufnahmen für 20- beziehungsweise 50-ml-Spritzen gebe. »Somit sind Apotheken nun in der Lage, mit dem Oculo-System von 50 bis runter zu 1 ml Augentropfen herzustellen«, fasste Kragt zusammen.

Kragt stellte auch eine Geräteneuheit der Firma Wepa vor: das Apotec MLab. »Der Name MLab steht für mobiles Labor und lässt erahnen, um was es sich handelt.« Das tragbare und akkubetriebene Gerät könne sowohl in Rezeptur oder Defektur als auch in der Kundenberatung eingesetzt werden. So sei damit beispielsweise die quantitative Bestimmung von Substitutionslösungen von Methadon oder Polamidon möglich. Im sogenannten Point of care könnten Apotheken die neuartigen Blutuntersuchungen durchführen. »Wir denken dabei zum Beispiel an Endverbrauchertestungen auf die SARS-CoV-2-Antikörper«, so Kragt. Dies geschehe mithilfe von Lateral-flow-Testkassetten. Im Fall einer Antikörperbestimmung sei innerhalb von 15 Minuten ein quantitatives Ergebnis der IgG-Antikörper abrufbar, entweder als Ausdruck oder zur digitalen Ergänzung von verwendeten Testzentren-Programmen. Weitere Nachweise würden konzipiert. Sie seien ein idealer Beitrag zum Auf- und Ausbau der zukunftsweisenden Apothekendienstleistungen.

Das Video zum Rezeptur-Rundgang ist bis Mitte Januar auf der Internetseite der Expopharm Impuls frei einsehbar. Dazu muss lediglich hier eine kostenlose Registrierung erfolgen.

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