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Deutscher Apothekertag

Duale PTA-Ausbildung mit Zukunft?

Am heutigen Freitag standen zwei PTA-relevante Themen auf der Agenda des Deutschen Apothekertages (DAT). In beiden Fällen ging es um die Ausbildung, nur einer der Anträge wurde angenommen.
PZ
16.09.2022  16:45 Uhr

Laut Antrag der Apothekerkammer des Saarlandes soll die Attraktivität der Ausbildung zum/zur Pharmazeutisch-technischen Assistenten/Assistentin (PTA) durch Umstellung auf eine dreijährige duale Ausbildung mit entsprechender Ausbildungsvergütung deutlich erhöht werden. Dies sei ein mittelfristiges Ziel, da zunächst einmal ab 1. Januar 2023 das PTA-Reformgesetz in Kraft treten wird, erklärte der Antragsteller in der Hauptversammlung.

In der lebhaften Diskussion widersprach Burkhard Pölzing, Leiter der PTA-Schule an der Völker-Schule Osnabrück, dieser Auffassung. Man habe viele Jahren lang über eine duale Ausbildung für PTA diskutiert, aber niemand habe diese für sinnvoll erachtet und dieser Auffassung habe sich der Gesetzgeber angeschlossen. »Bei einer Dualisierung kriegen wir nur eine PKA-plus.« Denn das für die Ausübung des PTA-Berufs notwendige Fachwissen könne nur an einer Berufsfachschule vermittelt werden.

Zudem ermögliche das PTA-Reformgesetz bereits eine variable zeitliche Gestaltung der Ausbildung, sagte Pölzing. Optional zur zweijährigen Schulzeit werde seine Schule eine dreijährige Ausbildung anbieten. Das Modell: Schülerinnen und Schüler haben eine Viertagewoche an der Schule und teils nachmittags frei. Dies biete Entlastung und eröffne ihnen die Chance, an den schulfreien Tagen in einer Kooperationsapotheke zu arbeiten – was das Problem der mangelnden Ausbildungsvergütung »in ein anderes Licht« rückt. Damit eröffne man auch Personen, die zum Beispiel wegen Kindererziehung oder häuslicher Pflege zeitlich eingeschränkt sind, die Möglichkeit, eine PTA-Ausbildung zu beginnen. Dies gelte ebenfalls für Menschen, die wegen mangelnder Sprachkenntnisse mehr Zeit zum Lernen brauchen.

Während der saarländische Kammerpräsident Manfred Saar dies als »duale Ausbildung durch die Hintertür« bezeichnete, beschrieben einige Diskutanten ähnliche Kooperationsmodelle zwischen PTA-Schulen und Apotheken. Es sei aber nicht sinnvoll, eine duale Ausbildung auf drei Jahre festzuschreiben. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Antrag zur Ausbildungsvergütung angenommen

Angenommen wurde dagegen der Antrag der Landesapothekerkammer Brandenburg, dass der Gesetzgeber eine Basis für eine Ausbildungsvergütung für angehende PTA schaffen solle. Da viele Gesundheitsfachberufe, zum Beispiel Pflegefachkräfte oder Physiotherapeuten, aber nicht die PTA eine Ausbildungsvergütung erhalten, bestehe hier ein Wettbewerbsnachteil, so das Argument der Antragsteller, dem die Delegierten mit großer Mehrheit folgten. 

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