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Ungemach im Oberbauch

Dyspepsie behandeln

Die Bauchspeicheldrüse spielt bei der Verdauung eine entscheidende Rolle. Wenn sie nicht ausreichend Verdauungsenzyme bildet, kann dies in einer Dyspepsie münden. Pankreassaft, der in den Zwölffingerdarm sezerniert wird, enthält mehr als 20 Verdauungsenzyme: kohlenhydratspaltende Enzyme, Lipasen, Proteasen (zum Beispiel Trypsinogen und Chymotrypsinogen), Ribonukleasen und Desoxyribonukleasen. Des Weiteren ist Pankreassaft reich an Hydrogencarbonat. Dieses alkalisiert den Speisebrei, wenn er aus dem Magen in den Darm gelangt und schafft damit die Voraussetzung für die optimale Wirksamkeit der Enzyme.

Bei einer unzureichenden Produktion von Verdauungsenzymen in der Bauchspeicheldrüse, können Lipasen, Amylasen und Proteasen substituiert werden. Dabei kommt den Lipasen therapeutisch die größte Bedeutung zu, da die Beschwerden einer Pankreasinsuffizienz vorwiegend auf einer gestörten Fettverdauung beruhen. Lipasen sind die einzigen Verdauungsenzyme, die ausschließlich durch die Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Somit kann der Körper eine unzureichende Produktion nicht an anderer Stelle ausgleichen.

Ergänzen, was fehlt

Bei der Substitution besteht die Wahl zwischen Enzymen tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Pankreatin ist ein pulverisierter Extrakt aus dem Schweinepankreas (zum Beispiel Pankreatan®, Ozym®), die pflanzlichen Enzyme stammen aus Reispilzkulturen: Rizolipasen werden von Rhizopus oryzae produziert, Proteasen und Amylasen von Aspergillus oryzae. Eine Mischung dieser Pilz-Enzyme enthält das Präparat Nortase®.

Die Dosierung der Enzympräparate richtet sich nach der Schwere der Erkrankung, dem Körpergewicht des Patienten und dem Fettgehalt der jeweiligen Mahlzeit. Bei der Abgabe der Präparate sollten PTA und Apotheker darauf hinweisen, dass die Einnahme während der Mahlzeit erfolgen muss. Denn Voraussetzung für die Wirkung ist, dass die Enzyme gut mit dem Speisebrei durchmischt sind.

Bei der Substitution der Pankreasenzyme ist – wie oben erwähnt – die Lipase besonders wichtig. Auf den Lipase-Gehalt bezieht sich daher auch die bei einigen Präparatenamen ergänzte Zahl, zum Beispiel Kreon® 10.000, Pankreatin STADA 20.000 oder Panzytrat® 40.000. Sie gibt die Aktivität der enthaltenen Lipase in Einheiten des Europäischen Arzneibuchs (Ph.Eur.-Einheiten) an. Als allgemeine Richtdosis wird pro Mahlzeit ein Lipasedosis von 20.000 bis 40.000 Ph.Eur.-Einheiten empfohlen.

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