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E-Rezept in den Startlöchern–das ist der aktuelle Stand

Noch werden die E-Rezepte auf Herz und Nieren geprüft, bald sollen die ersten digitalen Verordnungen verschrieben und eingelöst werden. Wie hier der aktuelle Stand ist, ist auch für PTA von Bedeutung. Genaueres dazu erklärte am gestrigen Dienstag Hannes Neumann, Projektleiter E-Rezept bei der Gematik, im Rahmen eines Webcasts der PZ. Zudem informierte er über die verschiedenen Einführungsphasen der digitalen Verordnung.
Charlotte Kurz
16.06.2021  15:30 Uhr

Es sind nur noch zwei Wochen, bis die ersten E-Rezepte zumindest in Berlin/Brandenburg verordnet und in den Apotheken eingelöst werden. Aus diesem Grund läuft die Entwicklung und Erprobung der digitalen Verordnung derzeit auf Hochtouren. Im Rahmen eines Live-Webcasts der PZ am gestrigen Dienstag informierte Hannes Neumann, Projektleiter E-Rezept bei der Gematik, über den aktuellen Stand bei der E-Rezept-Einführung. Er erläuterte, welche Abstimmungen und Tests noch kurz vor dem Start durchzuführen sind. Derzeit laufen demnach etwa erste E-Rezepte in einer Testumgebung mit Primärsystemherstellern. »Wir sind mittendrin in den Vorbereitungen, aber das Ende ist sichtbar«, so Neumann.

Ab dem 1. Juli 2021 können dann apothekenpflichtige Arzneimittel zulasten der GKV für Fertigarzneimittel, Freitextverordnungen, Rezepturen und Wirkstoffverordnungen verschrieben werden. Optional sind zudem apothekenpflichtige Arzneimittel für Selbstzahler in der GKV, die bislang über ein blaues Rezept verschrieben werden. Verpflichtend wird dies ab dem 1. Januar 2022 sein. Allerdings betont Neumann auch, dass einige Verordnungen anfangs noch nicht zulässig sein werden.

E-Rezept-App ab Juli verfügbar

Zudem stellte Neumann die Funktionsweise der E-Rezept-App der Gematik vor. Diese soll zum 01.07.2021 verfügbar sein. Darin gibt es einige Funktionen, die ohne Anmeldung genutzt werden können. Andere Features der App können nur mithilfe einer Anmeldung mit einer NFC-fähigen Gesundheitskarte und PIN verwendet werden. Die App-Nutzung ist in drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Türkisch) möglich.

Zudem warf Neumann einen Blick auf den Zeitplan: Ab 1. Juli startet das E-Rezept in der Fokusregion Berlin/Brandenburg. Das Modellprojekt habe das Ziel, die Anwendung zunächst zu testen und evaluieren zu können. Im vierten Quartal 2021 soll die bundesweite Einführungsphase starten. Damit können deutschlandweit alle Apotheke von ihren Warenwirtschaftssystemen mit einem entsprechenden Update ausgestattet werden, um E-Rezepte in der Apotheke auch bedienen zu können. Diese Einführungsphase soll dann die verpflichtende Nutzung ab 1. Januar 2022 ermöglichen.

Neben Neumann erläuterte am gestrigen Dienstagabend auch Gerald Wischnewski, Bereichsleiter Technik beim ARZ Darmstadt,die Abrechnung der E-Rezepte und Mathias Schindl, Bereichsvorstand von Noventi, erklärte, wie die E-Rezepte in der Offizin landen.

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