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E-Zigaretten – das Pro und Contra

Chance oder Risiko? Der Streit um E-Zigaretten geht weiter. Selbst Wissenschaftler sind sich noch nicht einig, wie E-Zigaretten gesundheitlich einzuordnen sind. 
PTA-Forum/dpa
10.10.2019
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Pro E-Zigarette

Aus Sicht des Leiters des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences, Heino Stöver, sind E-Zigaretten weniger schädlich als Tabakzigaretten. »Das Dampfen kann helfen, vom Rauchen zu entwöhnen«, sagt er am Rande eines E-Zigaretten-Kongresses in Frankfurt. Dampfer behielten die gewohnten Rituale des Rauchens bei, aber mit vermindertem gesundheitlichen Schaden.

Stöver bemängelt daher, dass der Übergang zur weniger schädlichen E-Zigarette nicht ausreichend von der Politik unterstützt werde. Der Umstieg vom Rauchen auf das Dampfen müsse gefördert werden, etwa durch eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer.

Contra E-Zigarette

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht diesem Ansatz: Wer von der herkömmlichen Tabakzigarette auf E-Zigaretten umsteige, ersetze nur eine Sucht durch eine andere. Ein langfristiger Nutzen von E-Zigaretten bei der Entwöhnung von Tabak lasse sich nicht belegen.

Elektronische Verdampfer stünden fälschlicherweise im Ruf, deutlich weniger gesundheitsschädlich zu sein als herkömmliche Tabak-Zigaretten. Verschwiegen werde, dass je nach E-Zigarettentyp und Zusammensetzung der Liquids durchaus schädliche Substanzen inhaliert würden, darunter atemwegsreizende Stoffe wie Propylenglykol, krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und teilweise gesundheitsschädigende Metalle wie Blei und Chrom.

Auch Frank Henkler-Stephani vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft E-Zigaretten nicht als harmlos ein – trotz der Vorteile im Vergleich zu Tabakzigaretten. Pauschale Aussagen über E-Zigaretten seien allerdings schwierig, da es zwischen den Geräten erhebliche Unterschiede gebe.

Zur Vorsicht mahnt er insbesondere bei Schwarzmarkt-Produkten. Sie könnten gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthalten. Doch auch im Fachhandel erhältliche leistungsstarke Verdampfer bedeuteten Risiken, die noch nicht ausreichend untersucht seien.

Henkler-Stephani bemängelte zudem die unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen an die Trägerflüssigkeiten. Während die nikotinhaltigen Liquids vom strengeren Tabakrecht erfasst würden, gelte für nikotinfreie Liquids nur die weniger strenge CLP-Verordnung der Europäischen Union, die nur ein System für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen darstellt. Für alle Liquids müssten die gleichen Qualitätsstandards und Regelungen zum Gesundheitsschutz gelten.

»Wer E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung empfiehlt, verkennt die Studienlage«, zitiert die Fachgesellschaft den Pneumologen Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover, der auch Präsident der European Respiratory Society (ERS) ist. »Auch E-Zigaretten sind gesundheitsschädlich und daher als Entwöhnungshilfe vollkommen ungeeignet.«

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