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Lebenskrise

Ein Schicksalsschlag kann stärker machen

Menschen können aus sehr schweren Lebenskrisen persönlich gestärkt hinausgehen. Davon ist Michaela Brohm-Badry, Professorin an der Uni Trier, überzeugt.
dpa
01.07.2019
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Zwar gehe es nach Schicksalsschlägen oder erlebten Katastrophen zunächst meist darum, ein Trauma zu bewältigen. »Zusätzlich gibt es aber bei rund 60 Prozent der Menschen, die traumatisiert sind, einen Entwicklungsschub, einen Wachstumsschub«, so die Wissenschaftlerin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe also nicht nur »die posttraumatische Belastungsstörung – also das Betroffensein von Trauma«, sondern auch das »posttraumatische Wachstum« - das in der deutschsprachigen Forschung bislang kaum thematisiert worden sei.

In den USA hätten Forscher sich nach dem Trauma der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit fast 3000 Toten stark mit diesem Ansatz beschäftigt. Seitdem sei diese Forschung international gewachsen. Zahlreiche empirische Befunde von Krebspatienten sowie von Opfern von Brand-, Schiffs- oder Gewaltkatastrophen belegten, »dass dem Leid neben den belasteten Emotionen auch stärkende, positive Emotionen folgen können«, sagte Brohm-Badry, die auch Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung ist.

Die, die das Trauma überwunden hätten, seien »innerlich stärker und klarer« als vorher. »Man erlebt eine Stimmigkeit mit sich selbst und kann wesentlich stärker unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist im Leben.« Das posttraumatische Wachstum sei jedoch ein Prozess, der Zeit brauche. Man müsse es aber nicht forcieren: »Es kommt von selbst.« Es gehe dabei »um die Stimmigkeit mit sich selbst, um das langfristige, ruhige Glück«, so die Wissenschaftlerin. Man könne dieses natürlich auch ohne erlebtes Trauma finden. »Aber Schmerz scheint ein Katalysator zu sein.«

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