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Die Ernährung macht’s

Eine Fettleber lässt sich umkehren

Lebensstil-Veränderungen sind das A und O in der Behandlung der Fettleber. Wer es schafft, eine ausgewogene und kalorienreduzierte Ernährung sowie mehr Bewegung dauerhaft in den Alltag zu integrieren, hat gute Chancen, den Fettgehalt des Organs wieder zu reduzieren.
Carina Steyer
01.08.2022  08:30 Uhr

Die nicht alkoholische Fettleber (NAFLD) ist die am weitesten verbreitete Form der Fettleber weltweit. Nach Angaben der Deutschen Leberstiftung ist in Deutschland bereits jeder vierte Erwachsene über 40 Jahre und jedes dritte übergewichtige Kind von einer Fettlebererkrankung betroffen. Experten gehen davon aus, dass die Verbreitung der Fettleber weiter zunehmen wird. Schätzungen zufolge wird erwartet, dass im Jahr 2055 etwa 55 Millionen Europäer und US-Amerikaner eine Fettleber aufweisen werden.

In den meisten Fällen entsteht die Fettleber als Folge des metabolischen Syndroms. Dieses ist gekennzeichnet durch das gemeinsame Auftreten verschiedener Symptome und Krankheitsbilder. Dazu gehören: Übergewicht (vor allem Bauchfett), ein gestörter Zuckerstoffwechsel mit Insulinresistenz und dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel sowie erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck. Als ursächlich für die Entwicklung eines metabolischen Syndroms gelten eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Denn werden dem Körper permanent mehr Kalorien zugeführt als er verbrauchen kann, wird die überschüssige Energie in Form von Fett eingelagert. Das geschieht nicht nur im Fettgewebe, sondern auch in der Leber. Übersteigt der Fettgehalt der Leberzellen die Marke von 5 Prozent, sprechen Mediziner von einer Fettleber. Diese kann übrigens auch entstehen, wenn kein offensichtliches Übergewicht vorliegt. Etwa 10 Prozent der Menschen mit Fettleber sind normalgewichtig oder schlank. Bei ihnen liegt in der Regel eine genetische Disposition vor, die durch zu wenig Bewegung und ungünstige Ernährung zum Tragen kommt.

Auslöser reduzieren

Da eine medikamentöse Therapie für die Fettleber derzeit nicht zur Verfügung steht, setzt die Behandlung an den Ursachen an. Vermehrte körperliche Aktivität in Kombination mit einer kalorienreduzierten und ausgewogenen Ernährung verringert den Fettgehalt des Körpers und der Leber. Als ideal gilt die mediterrane Diät mit einem geringen Kohlenhydratanteil und vorwiegend pflanzlichen Speisen. Empfohlen wird ein Kohlenhydratanteil von 50 bis 55 Prozent der Gesamtenergiezufuhr. Dabei sollten komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorngetreideprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und Nüssen bevorzugt werden.

Einfache Kohlenhydrate wie Glucose, Fructose und Saccharose, die vor allem in Süßigkeiten und Softdrinks, aber auch in Fruchtsäften enthalten sind, sollte man möglichst meiden. Ihre gesteigerte Aufnahme wird als eine der Ursachen für die starke Zunahme der Fettlebererkrankung sowie von Übergewicht und Adipositas gesehen. Ein moderater Verzehr von Fructose in Form von Obst gilt hingegen als unbedenklich. Geraten wird zu zwei Portionen pro Tag. Als Portion gilt in etwa die Menge, die in die eigene Hand passt.

Im Rahmen der Ernährungsumstellung müssen viele Betroffene auch ihre Fettaufnahme deutlich reduzieren. Sie sollte nur etwa 30 Prozent der Gesamtenergiemenge ausmachen und idealerweise einen hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Als gut geeignet gelten zum Beispiel hochwertige Öle wie Raps- und Olivenöl, Avocados, Oliven, fettarme Milchprodukte sowie Samen und Nüsse. Gerade bei Letzteren besteht oft Unsicherheit, da sie eine hohe Kaloriendichte aufweisen. Die moderate Aufnahme wird von Experten jedoch ausdrücklich empfohlen.

Gemieden werden sollten hingegen Lebensmittel mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Diese begünstigen eine Insulinresistenz, führen zu oxidativem Stress in der Leber und fördern die Entstehung der Fettleber. Gesättigte Fettsäuren finden sich vorwiegend in tierischen Produkten wie zum Beispiel Butter, Schmalz, Sahne, Wurst, Käse und fettem Fleisch, aber auch in einigen pflanzlichen Produkten. Dazu gehören Kokosöl und Kokosfett sowie beliebte Snacks wie Chips und Schokoriegel.

Betroffenen wird geraten, den Konsum je nach Produkt ganz zu reduzieren oder zumindest deutlich einzuschränken und auf fettarme Varianten umzusteigen. Weiterhin auf dem Speiseplan stehen kann Fisch. Er dient neben Eiern, Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen als Eiweißquelle. Beachtet werden sollte lediglich der Fettgehalt der konsumierten Sorten sowie die Zubereitungsart. So wird empfohlen, statt zu braten fettarme Zubereitungsarten wie Dünsten oder das Mitkochen in Suppen und Ähnlichem zu bevorzugen.

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