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Blutarmut

Eisenmangel mindert Impfschutz

Zusätzliches Eisen in der Ernährung könnte neuen Studienergebnissen zufolge die Immunantwort von Impfungen bei Kindern in Eisenmangel-Gebieten verbessern.
Elke Wolf
23.10.2020  08:30 Uhr

Weltweit leiden etwa 40 Prozent der Kinder an Blutarmut, weil sie nicht genügend Eisen zu sich nehmen. Nun zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, dass der Eisenmangel offenbar auch den Schutz von Impfungen schmälert. Das legen die Daten zweier klinischer Studien mit Kindern in Kenia nahe, heißt es in einer Pressemeldung der ETH Zürich.

In der ersten Studie haben die Wissenschaftler um Professor Dr. Michael Zimmermann aus Zürich den Eisenstatus sowie Antikörper gegen Antigene der verabreichten Impfungen in Blutproben von 303 Kindern während den ersten 18 Lebensmonaten bestimmt. Das Risiko, dass im Alter von 18 Monaten trotz mehrmaliger Impfungen keine schützenden Antikörper gegen Pneumokokken und andere Erreger im Blut zu finden sind, war bei anämischen Kindern mehr als doppelt so hoch wie bei Kindern mit genügend hohen Hämoglobin-Werten.

In der zweiten Studie haben die Forscher 127 etwas mehr als halbjährigen Kleinkindern während vier Monaten täglich ein Pulver mit Mikronährstoffen verabreicht. Bei 85 dieser Kinder enthielt das Pulver auch Eisen, bei den 42 anderen Kindern nicht. Als die Kinder im Alter von neun Monaten – wie vom kenianischen Impfplan vorgesehen – gegen Masern geimpft wurden, zeigten die Kinder, die auch Eisen als Nahrungsergänzung erhielten, eine in zweifacher Hinsicht stärkere Immunantwort: Sie hatten im Alter von 12 Monaten nicht nur mehr Masern-Antikörper im Blut, sondern ihre Antikörper erkannten die Erreger auch besser.

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