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Robert Koch-Institut

Empfohlene Impfungen in Gebieten der Flutkatastrophe

Durch Kontakt mit Abwasser oder Verletzungen bei den Aufräumarbeiten besteht das Risiko, sich zu infizieren, zum Beispiel mit Tetanus. Nun gibt das Robert Koch-Institut (RKI) Empfehlungen zu den Impfungen.
dpa/PTA-Forum
29.07.2021  15:45 Uhr

Betroffene und Helfer in den Gebieten der Flutkatastrophe sollten laut Robert Koch-Institut (RKI) prüfen, ob sie gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Hepatitis A geimpft sind. In den Regionen steige das Risiko für diese Erkrankungen, schrieb die Gesundheitsbehörde. Als Gründe wurden die Verletzungsgefahr bei den Aufräumarbeiten und der mögliche Kontakt mit Abwasser genannt.

Auch wer noch keine Covid-19-Impfung erhalten habe, solle sich impfen lassen, appellierte das RKI. »Wichtig bei Notfallimpfungen: Sie können zeitgleich zu einer Covid-19-Impfung andere Impfungen erhalten«, hieß es.

Tetanus-Impfung regelmäßig auffrischen

Die Tetanus-Impfung gehört zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle empfohlenen Standardimpfungen. Sie sollte bei Erwachsenen nach einer vollständigen Grundimmunisierung alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Auch wenn mehr als zehn Jahre vergangen sind, wirkt die Auffrischungsimpfung – eine erneute Grundimmunisierung ist laut RKI nicht erforderlich. 

Kinder und Jugendliche erhalten die Grundimmunisierung entsprechend dem Impfkalender der STIKO. Danach ist eine Auffrischung im Alter von fünf bis sechs Jahren vorgesehen, eine weitere im Alter von neun bis 16 Jahren.

Ist es zu einer Verletzung gekommen, entscheidet der Arzt je nach Art der Wunde und Zeitpunkt der letzten Impfung beziehungsweise Impfstatus, ob eine Postexpositionsprophylaxe erforderlich ist. 

Hepatitis-A-Impfschutz bleibt bestehen

Die Hepatitis-A-Impfung wird von der STIKO nicht generell, sondern nur für gefährdete Personen empfohlen, zum Beispiel bei einer beruflichen Gefährdung oder Reisen in Hochprävalenzgebiete. Studien weisen laut RKI darauf hin, dass im Normalfall nach einer vollständigen Grundimmunisierung keine weitere Auffrischimpfung nötig ist. 

Die Grundimmunisierung kann nach zwei verschiedenen Schemata erfolgen, je nachdem, ob ein monovalenter Hepatitis-A-Impfstoff (zwei Impfdosen im Abstand von mindestens sechs Monaten) oder ein Hepatitis-A/B-Kombinationsimpfstoff (je nach Impfschema mindestens drei Impfdosen) benutzt wird.

 

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