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Enttäuschung über PTA-Reformgesetz

Nach einer Anhörung am 17. Mai im Bundesgesundheitsministerium (BMG) zum PTA-Reformgesetz ist der Vorstand des Bundesverband der PTA (BVpta) enttäuscht: Die Forderung von BVpta und der Apothekengewerkschaft Adexa, die Ausbildungszeit auf drei Jahre zu verlängern, wurde von den Apothekervertretern und den PTA-Schulen nicht unterstützt.
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22.05.2019
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Der weitaus größte Teil der Arzneimittelabgaben inklusive umfassender Kundenberatung sowie der Herstellung von Rezepturen in den Apotheken werde durch PTA geleistet, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Diese Aufgaben der PTA seien Kernkompetenzen einer Vor-Ort-Apotheke und dienten in der Diskussion über eine wohnortnahe Versorgung immer wieder als Argumente, um die Unverzichtbarkeit von Präsenzapotheken zu begründen. Um diese Kernkompetenzen zu stärken, sei eine Verlängerung der PTA-Ausbildung auf drei Jahre absolut notwendig, so die Meinung des BVpta-Vorstands. »Ein schlimmeres Eigentor konnten die Apothekenvertreter nicht schießen«.

Doch die Argumentation in der Anhörung war eine andere: Ein Mehr an Inhalten und Aufgaben könne auch mit einer bloßen Verschiebung der bisherigen Inhalte ohne Mehrstunden aufgefangen werden. Diese Einschätzung teilt der BVpta nicht. Sie gehe  an den Realen Anforderungen künftiger Berufsanfänger vorbei. Des Weiteren wies der BVpta-Vorstand auf weitere Themen wie sterile Herstellung oder die Versorgung mit Zytostatika hin, die den Bedarf der Krankenhausapotheken abdecken würden.

Auch das Gegenargument, dass eine Verlängerung der schulischen Ausbildung auf drei Jahre einen erhöhten organisatorischen Mehraufwand für die Schulen bedeuten würde, reicht nach Meinung des BVpta nicht für eine Ablehnung aus.

Das eigentliche Ziel des PTA-Reformgesetzes – dem PTA-Beruf mehr Attraktivität und Wertigkeit zu verleihen – könne mit einer solchen Einstellung nicht erreicht werden, warnt der BVpta-Vorstand. Denn bereits jetzt herrsche Fachkräftemangel. »Wir hätten schon erwartet, dass die Vertreter der Apotheken uns PTA bei diesen berechtigten Reformforderungen zur Ausbildungsverlängerung auch im eigenen Interesse unterstützen.«

Doch bei aller Enttäuschung zum jetzigen Entwurf des PTA-Reformgesetzes, müsse doch der Blick in die Zukunft gerichtet bleiben. Zukunftsorientierte Apotheken benötigen verantwortungsbewusste und lernbereite PTA. Für berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildungen wird sich BVpta auch in Zukunft weiter einsetzen.

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