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Bier, Wein & Co.
Erhöhte Krebsgefahr durch Alkohol

Wie viel ist zu viel?

Dass die Assoziation zwischen Alkohol und Krebserkrankungen, die in epidemiologischen Studien gefunden wurde, tatsächlich einen Kausalzusammenhang widerspiegelt, dafür ist die Dosis-Wirkungs-Beziehung ein wichtiges Argument. Mit zunehmendem Alkoholkonsum steigt laut den vorliegenden Studien das Risiko für Karzinome des Mund- und Rachenraums, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, der Leber, des Dickdarms und der weiblichen Brust.

Nun zu der entscheidenden Frage, die irgendwann in jedem Beratungsgespräch zu den gesundheitlichen Risiken des Alkohols fallen wird: Wie viel Alkohol darf ich denn ohne Bedenken trinken? Diese Frage ist nicht verbindlich zu beantworten. Das lässt sich schon daran ablesen, dass die entsprechenden Empfehlungen in westlichen Ländern nicht einheitlich sind. In den USA und in Großbritannien etwa sieht man die Sache lockerer als hierzulande.

Viele Deutsche über dem Limit

Die aktuelle Empfehlung der DGE besagt: Gesunde Männer sollten am Tag nicht mehr als 20 g reinen Alkohol zu sich nehmen. Das ist etwa ein halber Liter Bier oder ein Viertelliter Wein. Frauen sind, wie gesagt, anfälliger gegenüber den schädigenden Wirkungen des Alkohols und sollten das Tagespensum deshalb auf 10 g beschränken, also auf ein Viertelliter Bier oder ein Achtel Wein. Und es sollte zwei mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche geben – diese Empfehlung gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Bei chronischen Erkrankungen oder ausgeprägten gesundheitlichen Risiken sollte der Alkoholkonsum weiter eingeschränkt werden. Am besten beraten sich Betroffene hierzu mit einem Arzt.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland in punkto Trinkfreudigkeit ziemlich weit vorne. Viele Deutsche liegen deutlich über dem empfohlenen Limit. Laut dem Jahrbuch Sucht 2018 beläuft sich der Pro-Kopf-Konsum der Deutschen zwischen 15 und 69 Jahren auf circa 11 Liter Reinalkohol. Das sind im Bevölkerungsdurchschnitt rund 700 Biere (0,33 Liter) oder rund 1000 Weine (0,1 Liter) pro Jahr. Im Einzelfall kann der Konsum natürlich noch deutlich darüber liegen.

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