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Späte Vaterschaft

Erhöhtes Risiko für Mutter und Kind

Neuen Untersuchungen zufolge unterliegen auch männliche Keimzellen Alterungsprozessen und können so bei einer späten Elternschaft zu Schwangerschaftskomplikationen beitragen. Dies teilen Experten in einer Pressemitteilung anlässlich des Kongresses für Endokrinologie in Göttingen mit.
Michelle Haß
24.04.2019  00:00 Uhr

»Mögliche Risiken einer späten Elternschaft wurden lange Zeit hauptsächlich in Bezug auf das Alter der Frau betrachtet. Der Einfluss des Alters des Vaters wurde bislang vernachlässigt«, wird Professor Dr. Stefan Schlatt, Direktor des Zentrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster, in der Pressemitteilung zitiert. Denn während die Keimzellen bei Frauen von Geburt an vorhanden sind und von da an altern, produzieren Männer täglich neue Spermien.

Doch laut Schlatt unterliegen auch die männlichen Keimzellen genetischen Alterungsprozessen, was die Entwicklung des Embryos beeinflussen kann. Die Experten stützen sich auf eine kürzlich im »British Medical Journal« veröffentlichte Studie. Ein Forscherteam der Universität Stanford wertete Daten von 40,5 Millionen Lebendgeburten in den USA zwischen 2007 und 2016 aus. Persönliche Faktoren, darunter auch das Alter des Vaters, setzten sie in Relation zu Ereignissen wie Frühgeburten und gesundheitlichen Komplikationen bei der Mutter sowie dem Kind. »Die Studie macht deutlich, dass ein höheres Alter des Vaters Komplikationen beim Kind und der Mutter begünstigt«, fasst Schlatt zusammen.

Ein Alter des Vaters ab 45 Jahren erhöhte demnach das Risiko für eine Frühgeburt im Vergleich zur Referenzgruppe zwischen 25 und 34 Jahren signifikant. Kinder mit älteren Vätern hatten öfter mit gesundheitlichen Komplikationen zu kämpfen, sodass sie nach der Geburt eine Atemunterstützung benötigten oder intensivstationär behandelt werden mussten. Bei einem Alter des Vaters zwischen 45 und 54 Jahren stieg das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes bei der Mutter um 28 Prozent, bei einem Alter ab 55 Jahren um 34 Prozent.

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