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Magen-Darm-Erkrankungen

Ernährung ist Ursache und Therapie

Genau dafür steht das Konzept der »angepassten Vollkost«: eine dauerhafte Ernährung, die vertragen wird und das Wohlbefinden des Patienten steigert. Neu ist dieser Ansatz nicht, nur war er bislang unter dem Namen »leichte Vollkost« oder »Schonkost« bekannt. Die neue Bezeichnung soll stärker hervorheben, dass die Ernährung den Prinzipien der Vollkost folgt, allerdings in Speisenauswahl und Zubereitung individuell an Bedürfnisse und Verträglichkeit des Patienten angepasst ist.

Die sieben Prinzipien der angepassten Vollkost:

  • schonend gegarte Lebensmittel (wenig Rohkost); weiche Lebensmittel
  • fettarme bis fettmoderate Kost (je nach Verträglichkeit)
  • mehrere, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt; regelmäßig und nicht zu heiß oder zu kalt essen
  • bevorzugt würzen mit frischen Kräutern, wenig mit Pfeffer oder Salz
  • gute Eiweißkombinationen für hohe biologische Wertigkeit
  • moderates Maß an Ballaststoffen (je nach Verträglichkeit)
  • kein Alkohol; wenig Zucker; Kaffee nur bei Verträglichkeit

In der akuten Phase einer Magenerkrankung sind zunächst Porridge sowie Brühen und pürierte Suppen aus Gemüse und Kartoffeln gut verträglich. »Da die Nahrungsaufnahme in diesem Stadium meist vermindert ist, sollten die Speisen energie- und nährstoffreich sein«, sagte Elke Männle, Diätassistentin und UGB-Ernährungsberaterin. Sobald die Beschwerden abklingen, wird die Ernährung schrittweise aufgebaut. So kommen nach und nach weitere bekömmliche Lebensmittel hinzu, bis eine angepasste Vollkost erreicht ist, die abwechslungsreich ist, schmeckt und den Körper mit allen Nährstoffen versorgt. Männle empfiehlt, sich im Alltag mit Grundrezepten eine Basis für viele Gerichte zu schaffen. Außerdem legt sie Betroffenen ans Herz, wieder mit der nötigen Ruhe und Wertschätzung an die Mahlzeiten heranzugehen.

Entspannende Bewegungen

Daneben gibt es wohltuende Entspannungsübungen für den Magen. »Wir haben oft ein Ungleichgewicht zwischen Parasympathikus und Sympathikus, verschoben hin zum Sympathikus«, berichtete Bettina Kowalsky. Die ehemalige Leistungssportlerin ist als mobile Masseurin in der betrieblichen Gesundheitsförderung tätig. Das sympathische Nervensystem bereitet den Körper auf körperliche und geistige Leistungen vor. Es lässt das Herz schneller schlagen, erweitert die Atemwege und bremst die Verdauung. Herzschlag, Atmung und Verdauung hingegen werden vom Parasympathikus gesteuert. Er ist immer dann aktiv, wenn wir es uns auf der Couch gemütlich machen, ein gutes Buch lesen oder schlafen.

Seine Wirkung lässt sich verstärken, indem gezielt der Vagusnerv stimuliert wird. Er entspringt dem Gehirn und verläuft entlang der Wirbelsäule, bis er sich auf dem Weg zu den Organen verzweigt. Dem Vagusnerv tun alle Bewegungen gut, die die Wirbelsäule strecken, dehnen und drehen – zum Beispiel, den Oberkörper langsam mit verschränkten Armen nach links und rechts zu drehen. »Stellt sich ein Seufzen oder Gähnen ein, hat eine entspannende Wirkung eingesetzt«, so Kowalsky. Auch Atemübungen wie die quadratische Atmung im Yoga sprechen den Vagusnerv an.

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