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Schädlicher als gedacht

Ernüchternde Erkenntnisse zu Alkohol

Alkohol erhöht Krebsrisiko 

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Alkohol darüber hinaus als krebserregende Substanz ein. Weltweit sind 5,5 Prozent aller Krebsfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Große Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Alkohol das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöht, darunter Krebs in der Mundhöhle, im Rachen, am Kehlkopf, in der Speiseröhre, in der Leber und im Darm. Bei Frauen, die regelmäßig trinken, ist auch das Brustkrebsrisiko erhöht. Die Wahrscheinlichkeit steigt dabei mit der konsumierten Menge. Wer trinkt und zudem noch raucht, verschärft das Krebsrisiko, vor allem in Mundhöhle und Speiseröhre. Bereits regelmäßiger Konsum von 12,5 Gramm oder weniger Alkohol am Tag steigert das Risiko für Krebs: für Mundhöhlen- und Rachenkrebs um 13 Prozent, für Speiseröhrenkrebs um 26 Prozent und für Brustkrebs um 4 Prozent.

Warum Alkohol das Risiko für eine Krebserkrankung steigert, konnten Wissenschaftler bislang noch nicht eindeutig klären. Sie gehen derzeit davon aus, dass eine Kombination aus mehreren Effekten daran beteiligt ist. Zum einen entsteht beim Alkoholabbau Acetaldehyd, dass die DNA in den Körperzellen schädigt.

So verändern sich Zellen derart, dass sich Krebs entwickeln kann. Denn gleichzeitig beeinträchtigt Alkohol das Immunsystem, sodass krankhafte Zellveränderungen häufiger nicht erkannt und eliminiert werden. Auch die für das korrekte Ablesen der Gene verantwortlichen Methylierungen der DNA kann Alkohol verändern. Das Risiko für Brustkrebs erhöht sich vermutlich, weil Alkohol auch die Wirkung der Geschlechtshormone verändern kann. Bei Rauchern kommt hinzu, dass Alkohol als Lösemittel für krebserregende Substanzen aus dem Tabakrauch fungiert und ihre Wirkung noch verstärkt.

Alkohol für Schwangere tabu

Jedes Jahr kommen rund 10.000 alkoholgeschädigte Kinder auf die Welt. Alkohol während der Schwangerschaft kann das Kind lebenslang schwer beeinträchtigen. Über die Plazenta gelangt er direkt in den Blutkreislauf des Ungeborenen, dessen Stoffwechsel den schädlichen Stoff nur sehr verzögert abbaut. Das Trinken ist ganz besonders in der Zeit der intensiven Zellteilungen und Organentwicklung bis etwa zum siebten Monat gefährlich. Folge eines hohen Alkoholkonsums während der Schwangerschaft ist das sogenannte fetale Alkoholsyndrom (FAS). Wachstumsstörungen, Fehlbildungen, Herzfehler, Epilepsie oder Intelligenzminderung treten in unterschiedlicher Ausprägung auf. Experten schätzen, dass 70 Prozent der betroffenen Kinder verhaltensauffällig sind.

Das FAS gilt zudem als eine der häufigsten Ursachen für geistige Behinderung. Fehlbildungen, wie eine schmale Oberlippe oder kurze Lidspalten, sind bei 20 bis 30 Prozent der Kinder zu beobachten. Darüber hinaus ist das Risiko der Betroffenen für Hyperaktivitäts- und Angststörungen, Depressionen und Suizid deutlich erhöht.

Auch der Organismus von Jugendlichen reagiert sensibler auf übermäßigen Alkoholkonsum als dies bei Erwachsenen der Fall ist. So beeinträchtigt Alkohol die in der Pubertät stattfindenden Umbauprozesse im Gehirn, die unter anderem die Bereiche für kognitive Leistungen, aber auch für Emotionen betreffen. Vor allem Rauschtrinken kann die Gehirnfunktionen stören: Bei jedem Alkoholrausch gehen Millionen Gehirnzellen zugrunde.

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