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Arbeit und Feiertage

Erreichbar sein verhindert Erholung

Arbeit und Freizeit verschwimmen zusehends, Smartphone und Homeoffice machen es nicht leichter. Auch an den Weihnachtstagen werden viele Arbeitnehmer erreichbar sein. Dabei ist das Abschalten für die Gesundheit wichtig.
dpa
20.12.2021  14:00 Uhr

Die Bescherung ist vorbei, der Weihnachtsbaum strahlt, die Kinder spielen mit den Geschenken, Oma sitzt zufrieden auf dem Sofa und trinkt Punsch. Und Mama und Papa haben ihre Smartphones in der Hand – nur mal schnell die Mails checken. Viele Arbeitnehmer haben das Gefühl, auch während der Feiertage erreichbar sein zu müssen. Dabei warnen Experten: Für die Erholung ist das Gift.

Fast ein Drittel der Beschäftigten mit Bürotätigkeiten ist auch während der Feiertage und zwischen den Jahren erreichbar, wie eine Umfrage von YouGov im Auftrag des Technologieunternehmens Slack ergeben hat. 31 Prozent der mehr als 2000 Befragten äußerten sich entsprechend. Die Gründe dafür sind vielfältig: So heißt es von den Betroffenen, die Kunden erwarteten die Erreichbarkeit, es gebe wichtige Projekte oder der Chef wolle es so. Ein großer Teil der Befragten sagt allerdings auch, aus eigenem Antrieb erreichbar zu sein.

Doch die ständige Erreichbarkeit hat negative Folgen. Jeder zweite Befragte gab an, nur schlecht abschalten zu können. »Wirklich abzuschalten, ist unglaublich wichtig für die Erholung«, sagt Hannah Schade vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Es sei wichtig, dabei nicht dauernd unterbrochen zu werden, sondern den Erholungszyklus komplett abzuschließen. Die Erholung schlage sich dann auch entsprechend in Gesundheit, Zufriedenheit und Arbeitsengagement der Arbeitnehmer nieder. »Wenn man aber am Abend oder den Feiertagen dauernd noch horcht, ob das Chefsignal am Handy klingelt, dann staut sich auf Dauer ein Erholungsdefizit an«, warnt sie.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht das ähnlich. »Es ist davon auszugehen, dass auch dieses Jahr unterm Weihnachtsbaum für viele Beschäftigte das Diensthandy in Griffweite liegt«, kritisiert Vorstandsmitglied Anja Piel. »Doch ständige Rufbereitschaft macht krank: Erschöpfung, Schlafstörungen und sogar Herz-Kreislauferkrankungen können die Folgen sein«, mahnt sie.

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