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Erfolgreicher Piks gegen Pocken

Erste Impfung vor über 200 Jahren

Doch trotz des Siegeszugs gegen die Pocken gibt es noch immer viele weitere Infektionskrankheiten, die jährlich Millionen von Toten fordern. Zu den schlimmsten Killern gehören Tuberkulose, Malaria und HIV/Aids, gegen die noch immer keine weithin erhältlichen und effektiven Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Hill und seine Kollegen haben zwar einen Malaria-Impfstoff entwickelt, der mit über 75 Prozent Wirksamkeit den WHO-Standards entspricht. Doch bevor er flächendeckend zum Einsatz kommen wird, dürfte es noch Jahre dauern. Es ist ein langwieriger Zulassungsprozess erforderlich, für den es großangelegte Studien braucht.

Angesicht der Geschwindigkeit, mit der die Coronavirus-Impfstoffe im vergangenen Jahr zugelassen wurden, findet Hill das unangemessen. In Afrika seien im vergangenen Jahr vier Mal so viele Menschen an Malaria gestorben als an Covid-19, sagt er. Trotzdem behandle man die Krankheit nicht mit der gleichen Dringlichkeit. »Was ist der Unterschied in der Wichtigkeit, wenn ein Kind an Malaria stirbt und ein Erwachsener an Covid-19?« Doch die Arzneimittelbehörden neigten eben dazu, konservativ zu sein, so der Professor. Man sei im Gespräch – Ausgang offen.

Kein Profit, kein Impfstoff?

Neben den zähen Zulassungsverfahren sind vor allem mangelnde Gelder für die Entwicklung von Impfstoffen und fehlende Produktionskapazitäten dafür verantwortlich, dass es nicht schneller vorangeht. »Wenn man wüsste, dass man einen Tuberkulose-Impfstoff für 100 Dollar pro Dosis verkaufen kann, würden es alle großen Pharmakonzerne heute schon machen«, sagt Hill. Die Forschung stehe in Konkurrenz zu anderen, weniger tödlichen Leiden. Doch die tödlichsten Infektionskrankheiten treten vor allem in weniger finanzkräftigen Entwicklungsländern auf.

Impf-Pionier Edward Jenner war nie daran gelegen, mit seiner Entdeckung Geld zu verdienen. »Er wollte einfach, dass die Leute darüber Bescheid wissen und wollte es weitergeben«, sagte Owen Gower, der Leiter des Museums Dr. Jenner's House im ehemaligen Wohnhaus des Landarztes in Berkely der BBC. Jenner hatte den unbedingten Willen, so viele Menschenleben wie möglich zu retten.

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