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In guten Händen

Exotische Massagen zum Entspannen

Eine exotische Massage wirkt wie ein kleiner Urlaub. Die Auswahl an verschiedenen Techniken ist groß: Welche Knetkuren sollen entspannen, stärken oder seelisch ausgleichen?
Narimaan Nikbakht
08.11.2019
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Abhyanga aus Indien

Kraft tanken, ausruhen, Zeit für sich nehmen: Entspannung beginnt, wenn Körper und Seele in Balance sind. Dabei kann die indische Ayurveda-Lehre, also die »Wissenschaft des langen Lebens«, helfen. Ernährung und Massagen spielen hier eine wichtige Rolle.

  • Wo kommt es her?
    Abhyanga ist eine der bekanntesten ayurvedischen Massagen. Sie hat ihren Ursprung in Indien und Sri Lanka. Hier entstand vor etwa 5000 Jahren die traditionelle indische Heilkunst. Der Begriff Abyangha bedeutet übersetzt so viel wie »große Einölung mit liebenden Händen«.
  • Was passiert dabei?
    Bei Abyangha massiert ein Therapeut mit langen, sanften und streichenden Bewegungen warmes Öl (zum Beispiel Sesamöl, das mit Kräuteressenzen angereichert ist) in die Haut ein. Die Anwendung wirkt besonderer effektiv, wenn zwei Therapeuten mit synchronen Bewegungen gleichzeitig massieren.
  • Wie wirkt es?
    Eine Abhyanga-Ganzkörpermassage entspannt, stärkt das Immunsystem und hat einen reinigenden Effekt. Sie soll den Stoffwechsel anregen, den Körper entgiften und das Nervensystem ausgleichen.
  • Was kostet es?
    Eine Massage dauert zwischen 60 und 100 Minuten und kostet ab 70 Euro, Synchronmassagen bis zu 140 Euro.
  • Variante für zu Hause
    Etwas Öl (etwa Sesam- oder Olivenöl) im Wasserbad körperwarm temperieren. Nun mit leichtem Druck erst Gesicht und Ohren massieren. Danach mit den ganzen Handflächen über Schultern, Arme und Nacken streichen, Brust und Bauch mit sanften Kreisen im Uhrzeiger-Sinn bearbeiten. Po und Beine kräftig kneten, Füße Zeh für Zeh ausstreichen. Hinterher duschen und für 20 bis 30 Minuten ausruhen.

Lomi Lomi Nui aus Hawaii

Auf Hawaiianisch bedeutet Lomi Lomi Nui so viel wie »mit den samtenen Pfoten einer Katze berühren«. Die Massage soll körperliche Verkrampfungen lösen, die in der Tradition der Insel für seelische und geistige Blockaden stehen. Sie gelten als Hauptursache für Krankheiten.

  • Wo kommt es her?
    Lomi Lomi Nui wurde jahrhundertelang in den Tempeln Hawaiis als Übergangsritual zelebriert, um Menschen auf einen Neuanfang vorzubereiten – etwa zur Hochzeit, beim Tod eines Angehörigen oder zur Priesterweihe. Darum ist sie auch als »Hawaiianische Tempelmassage« bekannt.
  • Was passiert dabei?
    Ein erfahrener Therapeut gelangt mit fließenden, schaukelnden Streichbewegungen behutsam bis zu den tiefer liegenden Muskeln. Dort löst er intuitiv Knoten von Trauer, Wut oder Stress. Dafür setzt er auch Unterarme und Ellenbogen ein, streicht, knetet und drückt oder dreht sanft die Gelenke und dehnt und biegt die Arme und Beine, um den Energiefluss anzuregen. Ein weiteres Plus: die duftenden Aromaöle und hawaiianischen Klänge.
  • Wie wirkt es?
    Lomi Lomi Nui löst körperliche Verspannungen, soll außerdem stressbedingte Symptome wie Schlafstörungen, Ängste, Kopf- und Rückenschmerzen lindern und die Selbstheilungskräfte aktivieren.
  • Was kostet es?
    Lomi Lomi Nui Massagen dauern 60 bis 120 Minuten und kosten zwischen 100 und 150 Euro.
  • Variante für zu Hause
    Relaxen auf hawaiianisch geht auch mit einem warmen Bad (15 bis 20 Minuten bei 38 Grad). Einfach 4 El Kokosöl und 1 Becher Sahne hinzugeben – löst Verspannungen und verwöhnt die Haut.

Hot Stone/La Stone aus Arizona

Die Massage mit den heißen Steinen nennen Anhänger auch La Stone. Sie gehört mit zu den beliebtesten Relax-Therapien in den USA. Therapeuten nutzen dafür Basaltsteine aus Lavagestein, die sie auf etwa 60 °C erwärmen. Basalt hat die Fähigkeit, Wärme länger zu speichern als andere Steine.

  • Wo kommt es her?
    Streng genommen haben bereits vor 2000 Jahren die Chinesen die wärmespeichernde Kraft der Steine in der Medizin genutzt. Auch indianische Schamanen verwendeten sie für ihre Schwitzhütten. Erst Anfang der 90er-Jahre entdeckte die US-Amerikanerin Mary Nelson-Henning in Arizona das alte Wissen wieder. Sie kombinierte für die La-Stone-Therapie das Vulkangestein mit der chinesischen Wärmetherapie und Massage-Techniken aus Schweden.
  • Was passiert dabei?
    Andrea Kühne, Produktmanagerin Face & Body bei Meridian Spa & Fitness in Hamburg, erklärt: »Bei der Hot Stone Massage massiert der Therapeut zunächst den Körper mit einem warmen Öl wie Citrus-Mandelöl, danach platziert er die warmen, gerundeten und unterschiedlich geformten Steine unter anderem auf dem Rücken – in Höhe der Chakren, was ein wohlig warmes Gefühl auslöst und den Blasen-Meridian anspricht. Unser ganzer Körper ist von Energiebahnen durchzogen. Dieser Meridian ist der längste von allen. Auf ihm befinden sich auch die meisten Akupunktur-Punkte. Seine Aufgabe ist es, die Ausscheidung von Abfall- und Schlackenstoffe zu regulieren. Ebenso machen sich dort Anspannungen und Stress bemerkbar. Der Therapeut legt die Steine aber nicht nur auf, sondern massiert auch spezielle Bereich weiter mit den Steinen. Die Wärme flutet den Körper, intensive Massage-Griffe verstärken den Effekt und sorgen dafür, dass sich die Muskeln ausdehnen und Verspannungen gelöst werden.«
  • Wie wirkt es?
    Die Hot Stone Massage schafft ein extremes Wohlgefühl. Schon nach kurzer Zeit lockern sich die Muskeln. Die Wärme entspannt, beruhigt Herz und Kreislauf und lindert Nacken- und Schulter-schmerzen.
  • Was kostet es?
    Eine La Stone bzw. Hot Stone Massage dauert etwa 90 Minuten und kostet ab 90 Euro.
  • Variante für zu Hause
    Hot-Stone-Sets gibt es auch für die Selbstanwendung zu kaufen. Einfach die kleinen Steinen im Wasserbad aufwärmen und auf Nacken, Rücken, Arme und Beine legen.

Nuad aus Thailand

Die traditionelle Thai-Massage, auch Nuad genannt, verbindet (passives) Yoga, Akupressur und eine Knetmassage miteinander.

  • Wo kommt es her?
    Diese Massage-Technik kam vor etwa 2500 Jahren mit dem Buddhismus aus Indien nach Südostasien. In Thailand ist sie heute noch eine weit verbreitete Heilmethode. Auch in Europa findet sie immer mehr Anhänger.
  • Was passiert dabei?
    Die Massage findet mit leichter Bekleidung auf einer Matte statt. Öl wird in der Regel dabei nicht eingesetzt. Der Masseur setzt sowohl Handballen, Daumen und Knie als auch Ellenbogen und Füße ein. Schwerpunkt ist eine Akupressur-Behandlung, die spezielle Energiezentren anregen soll. Dabei drückt der Therapeut immer wieder bestimmte Punkte des Körpers oder steckt und dehnt die Muskeln, Sehnen und Gelenke, was auch schon einmal schmerzen kann. Die Therapeuten sprechen von einem »gutem Schmerz.« Tipp: Einsteiger können vor der Behandlung darum bitten, die Anwendung »einen Gang runter zuschalten.«
  • Wie wirkt es?
    Die Massage wirkt zugleich anregend und entspannend und soll bei Kopfschmerzen, Übelkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Knie- und Rückenschmerzen helfen.
  • Was kostet es?
    Eine Nuad Massage dauert 60 bis 90 Minuten und kostet je nach Dauer zwischen 55 und 75 Euro.
  • Variante für zu Hause
    Spezielle Massage-Roller aus Holz helfen dabei, muskuläre Verhärtungen zu lockern und Energiebahnen zu aktivieren. Dazu einfach unter der Dusche in kreisenden Bewegungen über den Körper rollen. Oder: Alternativ ein pflegendes Öl mit dem Roller auf der Haut einmassieren.

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