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Covid-19-Pandemie

Fakten zur Corona-Impfung für Kinder

Wie geht es nun in Deutschland weiter?

Viele Kinderärzte orientieren sich am Votum der Ständigen Impfkommission (STIKO), das zu dem Kinder-Impfstoff noch aussteht. »Wir plädieren dafür, zunächst abzuwarten, was die STIKO sagt«, sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Er und auch andere Experten rechnen damit, dass es zunächst eine STIKO-Empfehlung für Kinder mit Vorerkrankungen und schwer kranken Angehörigen geben dürfte – und keine generelle Empfehlung. Dies bedeute aber ausdrücklich nicht, dass die Impfung nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder der Sorgeberechtigten nicht möglich sei, betonte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin am vergangenen Donnerstag.

Welche Bedenken hat die STIKO?

»Eine Zulassung ist etwas völlig anderes als eine Impfempfehlung«, betonte STIKO-Mitglied Fred Zepp. Für die Zulassung müsse nachgewiesen werden, dass die Impfung eine schützende Antikörperantwort auslöst und dass sie bei den Probanden keine akuten unerwünschten Nebeneffekte hatte. »Was Sie in der Zulassungsstudie nicht sehen, sind Risiken, die seltener auftreten als es statistisch in einer so kleinen Gruppe zu erwarten ist.« Werden nur wenige Kinder geimpft, sind sehr seltene Nebenwirkungen nicht zu erkennen, die zum Beispiel nur in 10 von 100.000 Fällen auftreten. Der STIKO geht es auch darum, Daten zu seltenen Impfkomplikationen aus anderen Ländern zu bekommen. Das könnten etwa die USA, Kanada und Israel sein, wo die Kampagnen bereits gestartet sind.

Wie groß ist das Covid-19-Risiko von Kindern?

Für gesunde Kinder ist es vergleichsweise gering. Sie infizierten sich zwar, aber dass sie schwer erkranken, sei die absolute Ausnahme, betonte Maske. Die Nutzen-Risiken-Abwägung beim Impfstoff müsse bei Kindern daher eine andere sein als bei Erwachsenen: »Weil das Risiko sehr klein ist, muss der Nutzen sehr groß sein.« Daher müssten für mögliche Nebenwirkungen noch viel strengere Kriterien gelten. »Wenn die Krankheitslast sehr gering ist, muss die Impfung noch viel sicherer sein.«

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