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Kleine Anfrage

FDP will Schulfach Gesundheit

Laut einer Studie der Universität Bielefeld aus dem Jahr 2016 verfügt mehr als die Hälfte der Deutschen nur über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz kann laut FDP-Fraktion im Bundestag bisher nur mäßig entgegensteuern. Sie fordert, das Thema auf den Stundenplan zu schreiben.
Theo Dingermann
17.10.2019
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Unter Federführung des Gesundheitsexperten Professor Andrew Ullmann erkundigt sich die FDP nach der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz. In einer Kleinen Anfrage wollte sie von der Bundesregierung wissen, wie sich die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in den vergangenen drei Jahren entwickelt hat und ob aus ihrer Sicht genug dafür getan wird, sie zu verbessern.

In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung darauf, dass die ersten Ergebnisse zu vielen Fragen der Abgeordneten frühestens im Jahr 2021 zu erwarten sind. Das befriedigt die Fraktion nicht: Sie bemängeln, dass die Regierung seit dem Anstoßen des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz keine nennenswerten Maßnahmen auf den Weg gebracht habe und die Bürger damit »unwissend und unmündig« halte. Die aktuelle Situation »sollte bei der Bundesregierung Alarmsignale auslösen«, kommentiert Ullmann. Denn bei Gesundheitskompetenz gehe es um den Umgang mit der eigenen Gesundheit sowie um Teilhabe und Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit in Gesundheitsfragen. Zudem koste mangelndes Gesundheitswissen jährlich Milliarden Euro. »Wir müssen die Menschen in Deutschland zur Eigenverantwortung für ihre Gesundheit befähigen.« Als einen ersten Schritt schlägt Ullmann vor, das Schulfach Gesundheit bundesweit und in allen Schulen einzuführen.

Kompetenzmangel ist teuer

Laut Schätzungen der WHO ist eine mangelnde Gesundheitskompetenz für 3 bis 5 Prozent der Gesundheitsausgaben verantwortlich. Für Deutschland bedeutet das eine Summe von 9 bis 15 Milliarden Euro jährlich. Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis und vor dem Hintergrund der Studienergebnisse aus Bielefeld initiierte Mitte 2017 das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Gründung der sogenannten Allianz für Gesundheitskompetenz. Als wichtigste Handlungsfelder einigte man sich auf eine Verbesserung der Gesundheitsbildung, auf gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen sowie auf mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch.

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