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Guter Wille reicht nicht

Fehler beim Zähneputzen

Viele Kinder und Erwachsene geben sich Mühe beim Zähneputzen. Dennoch werden die Zähne oft nicht sauber. Woran das liegt, untersuchten Wissenschaftler der Universitäten Gießen und Marburg.
Annette Immel-Sehr
29.10.2021  12:30 Uhr

Die Forscher luden Kinder, Jugendliche und ihre Eltern zum Zähneputzen in die Universität ein und beobachteten sie dabei genau. Es interessierte sie vor allem, inwieweit die Putztechnik der Testpersonen (noch) mit dem übereinstimmte, was gewöhnlich im Rahmen der Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen vermittelt wird. Dort wird unter anderem gelehrt, dass die inneren Zahnflächen besondere Aufmerksamkeit benötigen. Die Innenflächen sind mit vertikalen und die Außenflächen mit kreisenden Bewegungen zu putzen. Geschrubbt werden sollen lediglich die Kauflächen.

Die Forscher beobachteten in allen Altersgruppen die gleichen Fehler. Eltern wie Kinder putzten ihre Innenflächen zu kurz und schrubbten oft die Innen- und Außenflächen anstatt sie mit vertikalen oder kreisenden Bewegungen zu reinigen. Nach dem Zähneputzen untersuchten die Wissenschaftler die erzielte Sauberkeit. Sie fanden an mehr als zwei Dritteln der Messstellen im Gebiss noch Plaque.

»Wenn die Eltern selbst nicht so genau wissen, wie sie ihre Zähne sauber bekommen«, fragt Professor Dr. Renate Deinzer vom Institut der Medizinischen Psychologie der Uni Gießen, »wie sollen sie es dann ihren Kindern richtig beibringen?« Laut Deinzer sollten daher zusätzlich zur Gruppenprophylaxe für Kinder auch Eltern Angebote zur Optimierung ihrer Mundhygiene erhalten. 

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