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Herkulesstaude

Finger weg vom Riesen-Bärenklau!

Der Riesen-Bärenklau, auch als Herkulesstaude oder Bärenkralle bekannt, kam Ende des 19. Jahrhunderts als Einwanderer aus dem Kaukasus. Menschen sollten die Finger von der beeindruckenden, bis zu vier Meter hohen Pflanze lassen – um sie sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu verbrennen.
Katja Egermeier
03.07.2019
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Groß und gefährlich: Den Riesen-Bärenklau sollte man nicht anfassen, vor allem nicht bei Sonnenlicht. / Foto: Adobe Stock/annatronova
Die Herkulesstaude trägt ihren Namen nicht umsonst: Bis zu vier Meter hoch kann der Riesen-Bärenklau werden. / Foto: Adobe Stock/Georgy Dzyura
Das Gift Furocumarine löst in Verbindung mit Sonnenlicht eine Photodermatitis aus. Mögliche Folgen sind Rötungen der Haut, Schwellungen, Blasenbildung oder Quaddeln bis hin zu Verbrennungen ersten bis zweiten Grades – verstärkt bei hoher Lichteinwirkung und Luftfeuchtigkeit. / Foto: Adobe Stock/ ©irinashamanaeva
Im ersten Jahr ist von der beachtlichen Größe der Pflanze und seiner Gefährlichkeit noch nichts zu erahnen. / Foto: Adobe Stock/@TwilightArtPictures

Botanik und Bestimmung

Riesen-Bärenklau erreicht nach dem ersten Jahr als kompakte blütenlose Staude erst in seiner zweiten Saison seine beachtliche Wuchshöhe. Auch die Blüten bildet er erst im zweiten Jahr aus, das meist auch das letzte ist. Die Herkulesstaude wird selten älter als zwei Jahre.

Der hohle, röhrenförmige Stängel kann einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimeter erreichen, ist mit rötlichen Punkten übersät und fein behaart. Die gezackten, mehrfingrigen Blätter können 1 Meter lang werden, die Doppeldolden der Blüten einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimeter erreichen. Sie bestehen zum Teil aus bis zu 150 Blütenstängeln.

Vorkommen und Verbreitung

Der Riesen-Bärenklau ist in Europa weit verbreitet und an Straßen-, Weg- und Waldrändern, Äckern und Schuttplätzen zu finden. Das Standortspektrum ist dabei hier sehr viel größer als in seinem Herkunftsgebiet, dem Kaukasus, aus dem die Staude vor rund 130 Jahren nach Europa kam. Als invasiver Neophyt breitet er sich hier rasant aus und verdrängt heimische Pflanzen.

Die Verbreitung der Samen der Herkulesstaude erfolgt überwiegend durch den Wind, aber auch durch Wasser, da die Samen bis zu drei Tage schwimmfähig sind und so große Distanzen zurücklegen können. 

Gifte und Gefahren

Vor allem der Stängelsaft des Riesen-Bärenklau enthält Furocumarine. Die phototoxische Substanz löst in Verbindung mit Sonnenlicht eine Photodermatitis mit Rötungen der Haut, Schwellungen, Blasenbildung und Quaddeln bis hin zu Verbrennungen ersten bis zweiten Grades auf – verstärkt bei hoher Lichteinwirkung und hoher Luftfeuchtigkeit.

Die Verbrennungen sind sehr schmerzhaft und zeigen sich meist mit etwas zeitlichem Abstand. Die Blasen heilen unter Umständen sehr langsam (über Monate), bleiben aber noch lange auf der Haut als dunkle Flecken oder gar Narben sichtbar.

Der giftige Pflanzensaft kann auch durch die Kleidung dringen und schon das Einatmen der Dämpfe des Giftes über längeren Zeitraum können Übelkeit, Atemnot und Kreislaufbeschwerden hervorrufen. 

Grad der Gefährlichkeit

Erheblich. Sehr giftig!

Vergiftung, was tun?

Die betroffen Stellen waschen, abdecken, vor Lichteinwirkung schützen und sofort einen Arzt aufsuchen. Angesagt ist eine lokale Behandlung mit abschwellenden und antiphlogistischen Mitteln. 

Gut zu wissen

Soll die Pflanze entfernt werden, darf sie nur mit ausreichendem Haut- und Augenschutz angefasst werden. Pflanzenreste sollten im Hausmüll entsorgt oder verbrannt, keinesfalls aber in den Kompost gegeben werden, da sie sich von dort aus weiterverbreiten kann.

Eine Meldepflicht für Herkulesstauden existiert nicht. Ebenso wenig die Anordnung, den Riesen-Bärenklau zu entfernen, wenn er beispielsweise im eigenen Garten steht. Dennoch raten die Umweltämter vieler Landkreise, Bestände im öffentlichen Raum zu melden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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