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Dünnschichtchromatographie

Fingerspitzengefühl gefragt

Keine Frage, die Dünnschichtchromatographie, kurz DC genannt, zählt zu den aussagekräftigsten Prüfungen in der Apotheke. Mit wenig Zeit- sowie Materialaufwand sind pflanzliche Ausgangsstoffe, fette oder ätherische Öle, aber auch Wirkstoffe identifizierbar. 
Ingrid Ewering
25.07.2019
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Ein Stoffgemisch teilt sich je nach Affinität zur stationären Phase und mobilen Phase mit Hilfe der Dünnschichtchromatographie auf. Aufgrund des geringen Materialverbrauchs und der zügigen Entwicklung bei hoher Aussagekraft haben sich kleine Kieselgelplatten mit Fluoreszenzindikator F254 bewährt.

Es kann traditionell vertikal mit einer kleinen Chromatographiekammer (DAC Probe 11) gearbeitet werden. Ein rundes Glasgefäß, idealerweise mit flachem Boden und mit einer passenden Petrischale als Deckel, reicht aber völlig aus. Die Platte, die nur mit der nicht beschichteten Seite an der Wand anliegen darf, läuft unter Verbrauch von bis zu 10 ml Fließmittel zwischen 5 bis 10 Minuten.

Noch schneller und unter Verbrauch von nur 1 bis 2 ml Fließmittel arbeitet die Horizontalkammer. Denn das Fließmittel muss sich nicht entgegen der Schwerkraft über Kapillarkräfte hocharbeiten. Dazu ist jedoch die Anschaffung einer etwas kostspieligen Kammer wie zum Beispiel die CAMG-Kammer sowie die H-Kammer DEGASA zwingend notwendig (DAC Probe 10).

In beiden Fällen wird über die Glassinterplatte, kurz Fritte genannt, das Fließmittel zur Kieselgelschicht zugeführt. Die DC-Glasplatte muss also mit der Schicht nach unten so eingelegt werden, dass die Startlinie oberhalb der Fritte liegt

Nun kann das aufgesaugte Fließmittel die Trennung vornehmen. Es hat sich bewährt, Reste des Fließmittels unter dem Abzug abdampfen zu lassen. Achtung, die Fritte ist sehr zerbrechlich und muss mit Fingerspitzengefühl eingesetzt und vor allem nach Gebrauch sorgfältig mit Ethanol gereinigt werden. Die im Viererset gelieferten Glasplatten müssen vor der Beschriftung beherzt über eine Tischkante erst halbiert, dann geviertelt werden. Ganz wichtig ist dabei, die Sorptionsschicht nicht zu beschädigen.

Angaben/Methode DAC Probe 11: vertikale Dünnschichtchromatographie auf kleinen Platten DAC Probe 10: horizontale Dünnschichtchromatographie auf kleinen HPTLC-Platten
Stationäre Phase meist DC-Alufolien (Fertigplatten) HPTLC-Glasfertigplatten* (Fertigplatten)
Art und Größe 5 x 7,5 cm (< 10 x 10 cm) 5 x 5 cm
Schichtdicke 0,2 – 0,25 mm 0,1 – 0,2 mm
Mittlere Korngröße 10 – 12 µm 2 – 10 µm, (Ø 6 µm + sehr einheitliche Korngrößenverteilung)
DC-Kammer normale Kammer horizontale Kammer
Fließmittel circa 10 ml circa 1-2 ml
Laufstrecke circa 6 cm circa 4 cm
Menge an Referenz- und Untersuchungslösung circa 1 bis 20 µl circa 0,1 bis 0,5 µl
Entwicklung vertikal horizontal
Laufzeit 5 bis 10 Minuten 1 bis 5 Minuten
Anwendung qualitativ, halbquantitativ qualitativ, halbquantitativ
Die Tabelle vergleicht die DC mit Míkro- und HTPLC-Platten. *Fertigplatten zur Hochleistungsdünnschichtchromatographie

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