PTA-Forum online
Live-Webcast zum PTA-Beruf

Fit für die Zukunft

Der PTA-Beruf ist im Wandel: Die Apotheke wird digitaler, und auf PTA kommen in Zukunft viele neue Aufgaben zu. Wie wird der PTA-Beruf fit für die Zukunft und wie kann er angesichts eines drohenden Fachkräftemangels attraktiver werden? Das diskutierten Experten beim gestrigen Live-Webcast »PTA-Forum – Dein Thema. Deine Fragen«.
Verena Schmidt
14.07.2021  12:26 Uhr

PTA sind unverzichtbar für die öffentliche Apotheke, darin waren sich alle Teilnehmer der Live-Talkrunde um Moderatorin Dr. Sandra Barisch, PTA-Botschafterin der Avoxa, einig. Doch die Ist-Situation in den Apotheken ist aktuell alles andere als rosig, wie PTA Veronika Ehmann feststellte. »PTA werden händeringend gesucht. Der Mangel muss behoben werden, denn die Belastung für die Apothekenmitarbeiter wird immer größer«, berichtete sie. Ehmann hat 2009 ihre Ausbildung abgeschlossen und danach lange in einer öffentlichen Apotheke gearbeitet, bevor sie in die Industrie wechselte.

Andreas May, erster Vorsitzender der Apothekengewerkschaft Adexa und selbst PTA, erläuterte, warum der PTA-Beruf bei vielen jungen Menschen an Attraktivität verloren hat. »Es gibt kaum Aufstiegschancen in der Apotheke und oft wenig Wertschätzung«, so May. Auch das Gehalt und die Familienfreundlichkeit spielten eine Rolle. »Da ist noch viel Luft nach oben.«

Mehr Kompetenzen

Zumindest einige Rahmenbedingungen werden sich ändern, wenn das PTA-Reformgesetz ab 2023 in Kraft tritt. »Bisher arbeiten PTA grundsätzlich unter Aufsicht des Apothekers«, erklärte Dr. Hannes Müller. Er ist Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und Filialleiter der Römer-Apotheke in Haltern am See. Ab 2023 könnten PTA dann mehr Verantwortung übernehmen und bestimmte pharmazeutische Tätigkeiten, darunter auch die Abgabe von Arzneimitteln, ohne Beaufsichtigung durchführen – wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Auch die PTA-Ausbildung wird sich mit den neuen gesetzlichen Regelungen wandeln. Zwar wird die Ausbildungszeit nicht, wie von Adexa gefordert, verlängert. Doch durch neue Inhalte soll die Ausbildung an neue Herausforderungen, etwa durch die Digitalisierung, angepasst werden. Die ABDA erarbeite daher gerade gemeinsam – unter anderem mit der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) und dem Bundesverband der PTA (BVpta) – ein Curriculum für den sechsmonatigen Praxisteil in den Apotheken, berichtete Müller. Dieses soll genau festlegen, welche Inhalte wann vermittelt werden. »Dieser Musterausbildungsplan wird für die ausbildenden Apotheken definitiv verbindlich sein«, bekräftigte der Apotheker.

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