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Säure-Basen-Haushalt

Folgen hoher Säurelast

Im Körper sorgt ein Wechselspiel von Säuren und Basen dafür, dass Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen. Die Ernährungsgewohnheiten können darauf Einfluss nehmen – allerdings weniger, als viele Publikationen glauben machen.
Ulrike Becker
03.06.2019
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Basenfasten, basische Nahrungsergänzungen oder Basentees zur Entsäuerung – das Angebot dieser und ähnlicher Produkte vermittelt den Eindruck, dass die übliche Ernährung ein Ungleichgewicht von Säuren und Basen im Körper verursacht. Spielt es tatsächlich eine Rolle für die Gesundheit, wie viele Säuren- und Basenanteile die aufgenommenen Lebensmittel enthalten? Ernährungswissenschaftler und Mediziner diskutieren die Bedeutung durchaus kontrovers. Insbesondere naturheilkundlich orientierte Therapeuten messen der Frage einen hohen Stellenwert bei, zum Beispiel hinsichtlich des Risikos für chronische Erkrankungen oder die Knochengesundheit. Andere halten eine Übersäuerung des Körpers durch die Ernährung dagegen für nicht möglich.

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Dies ist ein Beitrag aus unserem Archiv. Die Inhalte sind unter Umständen veraltet. Aktuelle Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite Säure-Basen-Haushalt.

Säuren und Basen im Stoffwechsel

Alle Stoffwechselvorgänge sind ein feines Wechselspiel chemischer Reaktionen, die unter anderem von der Körpertemperatur, bestimmten Mineralstoffkonzentrationen und dem pH-Wert beeinflusst werden. Das Verhältnis von Säuren und Basen in den Körperflüssigkeiten spielt eine wichtige Rolle bei physiologischen Vorgängen wie der Funktion von Proteinen, Botenstoffen und Enzymen, der Reizübertragung in Nerven und Muskeln oder der Durchlässigkeit der Zellmembranen. Daher weist das Blut nur sehr geringe Schwankungen im pH-Wert auf; er bewegt sich zwischen 7,37 und 7,43. Blut ist also neutral bis sehr leicht basisch.

Auch der pH-Wert in bestimmten Bereichen der Zelle sowie von Flüssigkeiten in und außerhalb der Körperzellen wird vom Organismus durch verschiedene Puffersysteme genau eingestellt. Denn schon leichte Abweichungen bedeuten veränderte chemische Reaktionen. Bereits bei einem Wert unter 7,37 sprechen Mediziner von einer Azidose, also einer Übersäuerung. Der Magen ist das einzige Organ mit einem pH-Wert von 1 bis 1,5. Hier ist das saure Milieu erwünscht, da es die Verdauung verschiedener Nährstoffe einleitet und viele unerwünschte Keime abtötet. Eine Verschiebung in den basischen Bereich wird als Alkalose bezeichnet.

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