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Säure-Basen-Haushalt
Folgen hoher Säurelast

Einfluss auf Knochengesundheit

Bereits 2007 beschrieben Wissenschaftler in der oben erwähnten DONALD-Studie bei 229 sechs- bis 18-Jährigen, dass eine überhöhte Säureaufnahme ungünstige Auswirkungen auf die Knochenstabilität zeigte. Die Experten erklärten das damit, dass bei einer hohen Säureaufnahme über die Nahrung neben Lunge und Nieren auch die Knochen eine Rolle für die Regulation des Säure-Basen-Haushalts spielen. Denn Mineralstoffe aus dem Knochen wirken als zusätzliche Puffer. Eine ausreichende Zufuhr basenbildender Nährstoffe beziehungsweise Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, könne vermutlich potenziell negative Effekte auf den Knochen ausgleichen, so die Experten.

Unstrittig ist, dass der Stoffwechsel der knochenauf- und abbauenden Zellen vom pH-Wert abhängt. Laborversuche zeigen, dass bereits eine geringe Verschiebung ausreicht, um die Aktivität der knochenabbauenden Zellen zu verdoppeln. Belegt ist auch, dass die Ausscheidung von Calcium über den Urin mit der Säurelast der Nieren zunimmt. Während auch einige Beobachtungsstudien eine säureüberschüssige Kost mit verminderter Knochendichte in Verbindung bringen, kommt die unabhängige Cochrane-Gesellschaft nach der Sichtung verschiedener Übersichtsarbeiten allerdings zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang nicht eindeutig belegt sei.

Basisch essen lohnt

Die alle vier Jahre erscheinenden Ernährungsberichte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) belegen regelmäßig, dass die in Deutschland übliche Kost zu viel Fleisch enthält und zu wenig Gemüse und Obst auf den Tisch kommen. Auch wenn nicht abschließend geklärt ist, wie groß der Einfluss einer ernährungsabhängigen erhöhten Säurelast bei gesunden Menschen wirklich ist, so empfiehlt es sich auf jeden Fall, den Anteil an basisch wirkenden Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte oder Kartoffeln zu erhöhen. Denn damit steigt automatisch die Zufuhr an Mineralstoffen, Vitaminen, sekundären Pflanzen- und Ballaststoffen. Eine überwiegend pflanzlich orientierte Lebensmittelauswahl wirkt sich zudem günstig auf die Prävention verschiedener Erkrankungen wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus.

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