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Gesichtsreinigung

Frühjahrsputz für die Haut

Der Weg zu schöner Haut beginnt Tag für Tag mit der richtigen Reinigung. Das Frühjahr bietet sich an, die Haut bei einem intensiveren Programm von Altlasten zu befreien. Doch für welchen Hauttyp eignen sich Reinigungsmilch und -gele sowie Peelings und Masken? Ein Überblick.
Elke Wolf
16.05.2019
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Die Hautreinigung ist die Basis einer jeden Hautpflege. Das gilt für jeden Hauttyp. Wer zweimal täglich sein Gesicht reinigt, putzt Drüsensekrete und lockere Hornschüppchen, Schmutz und Reste zuvor verwendeter Kosmetika von der Haut. Zu häufiges Säubern schadet ebenso der Haut wie die Verwendung ungeeigneter Reinigungspräparate. Beides stört den Hydrolipidmantel und damit die Barrierefunktion unserer Schutzhülle.

Grundsätzlich ist es wichtig, sämtliche Reinigungspräparate auch sorgfältig wieder mit lauwarmem Wasser oder Zellstofftüchern zu entfernen. Denn verbleiben Reste davon auf der Haut, kommt es zur »Rauung«, die durch das Aufziehen des Syndets auf das Keratin hervorgerufen wird. Das wirkt wie eine Barriere, und im Folgenden aufgetragene Pflegepräparate können nicht in die Hornschicht eindringen.

Sanfte Emulsionen

Die Reinigung des Gesichts mit einer Emulsion oder einer Milch gilt als schonendste Methode. Auch sogenannte Cleansing Balme verwandeln sich nach Wasserkontakt in eine milchige Emulsion und sind sanft zur Haut. Die Präparate werden auf der Haut verteilt, vorsichtig einmassiert und mit Tüchern entfernt oder mit Wasser abgewaschen.

Sowohl durch Emulsionen, Milche als auch Balme werden hydrophile und lipophile Substanzen gleichermaßen gut entfernt. Alle drei Darreichungsformen unterscheiden sich im Wesentlichen im Lipidgehalt, es gibt sowohl O/W- als auch W/O-Formulierungen. Weil wasserhaltige Zubereitungen mikrobiell leicht angreifbar sind, sind Reinigungsemulsionen und Co. meist konserviert. Zugesetzte Rückfetter, Feuchthaltesubstanzen oder hautberuhigende Stoffe pflegen die Haut bereits bei der Reinigung und halten den Angriff auf die Hautbarriere so klein wie möglich.

Grundsätzlich gilt, dass die Haut umso stärker ausgetrocknet wird, desto effektiver die Reinigungswirkung ist. So ist die Säuberungsleistung einer Emulsion oder Milch weniger stark ausgeprägt als die eines Reinigungsgels. Und weil Emulsionen die Haut weniger stark entfetten und austrocknen, sind sie vor allem für trocken-fettarme Hautzustände geeignet. Für fette oder Mischhaut reichen diese Darreichungsformen meist nicht aus.

Waschaktive Gele

Dann sind Reinigungsgele, die Neudeutsch auch als Jelly Cleanser bezeichnet werden, effektiver. Die Gele sind klar und opak und werden entweder vor dem Auftragen mit etwas Wasser in der Hand vorgeschäumt oder direkt auf der angefeuchteten Gesichtshaut verteilt. In jedem Fall entsteht in Verbindung mit Wasser ein samtiger Schaum oder eine weiche Milch.

Reinigungsgele enthalten einen höheren Anteil an waschaktiven Substanzen, was lipophile Schmutzpartikel zuverlässig von der Hautoberfläche putzt. Dass dabei auch der Säureschutzmantel und Hornschichtlipide entfernt werden, ist unvermeidlich. Damit die Haut dabei nicht zu stark austrocknet, enthalten auch Reinigungsgele rückfettende Substanzen.

Reichhaltiges Öl

Wer sein wasserfestes Make-up ohne großes Rubbeln abschminken möchte, wählt am besten ein hydrophiles Reinigungsöl. Durch seinen hohen Lipidanteil verbinden sich die Reinigungssubstanzen mit auf der Haut befindlichen Lipiden und entfernen so effektiv Pflegereste, hartnäckige Camouflage, Schmutz und überschüssigen Talg. Und das, ohne den pH-Wert aus der Balance zu bringen. Sie enthalten nämlich meist nichtionische Emulgatoren. So eignen sich Cleansing Oils entgegen allen Vorurteilen auch für fettige Haut. Auch sie werden auf das Gesicht aufgetragen und mit Wasser sanft einmassiert. Danach abspülen oder mit einem sauberen Wattepad abnehmen.

Und auch Puder zeigt neue Talente: Auf Basis von Tonerde, Reis oder Bambus wirkt Puder ausgleichend und klärend. Pflegestoffe wie Aloe vera beruhigen und spenden zusätzlich Feuchtigkeit. Interessant ist aber nicht nur, was in Puder steckt, sondern auch, was es nicht enthält: Dank seiner Konsistenz kommt es nahezu komplett ohne Emulgatoren, Konservierungsstoffe und Parabene aus. Ein Cleansing Powder eignet sich gar bei Couperose und sehr empfindlicher Haut. Bei Wasserkontakt verwandelt sich das Puder in einen Schaum oder eine Paste. Beide werden vor der Reinigung eigens angerührt. Viele Puder haben zusätzlich einen peelenden Effekt, daher darauf achten, es er sich auch tatsächlich für die tägliche Reinigung eignet.

Porentiefe Peelings

Als die Tiefenreiniger unter den Cleansing-Päparaten gelten Peelings. Weil auf physikalischem, enzymatischem oder chemischem Weg lose sitzende Zelllagen und Schüppchen entfernt, aber auch verengte Follikelausgänge geöffnet werden, wirkt die Haut durch die glatte Oberfläche jugendlich frisch.

Ein Peeling ein- bis dreimal die Woche eignet sich vor allem beim fett-feuchten Hautzustand und einer Mischhaut. Sind Akneknötchen allerdings entzündet, sollte auf ein Peeling verzichtet werden, da sonst die Gefahr von Schmierinfektionen besteht. Auch trockene Haut braucht kein Peeling; durch den Vorgang wird sie empfindlicher gegenüber mechanischen, thermischen und chemischen Reizen.

Arbeiten Peeling-Präparate nach physikalischem Muster (»Exfoliating creams«), holen Schleifpartikel die Zellrückstände von der Haut und lockern verstopfte Follikelausgänge. Als Reibekörper werden Mandelkleie mit Seesand, pulverisierte Walnussschalen, Aprikosen- oder Olivenkerne verwendet, aber auch Aluminiumoxid-Mikrokristalle oder Polyethylengranula. Wasserlösliche Schmirgelpartikel wie Meersalz lösen sich beim Abspülen und sind deshalb in Körperpeelings beliebt. 

Enzympeelings enthalten pflanzliche und tierische Enzyme wie Papain, Trypsin, Bromelain oder Pepsin, die die Kittsubstanzen zwischen den einzelnen Hornschüppchen auflösen. Auf diese Weise werden die obersten Hornschichten ohne das bei mechanischen Peelings nötige Rubbeln entfernt. Diese Methode ist relativ schonend, und wenn nur einmal pro Woche angewandt, auch für die trockene Haut geeignet. Allerdings sollten enzymatische Peelings wegen ihres sensibilisierenden Potenzials bei Personen mit bekannter Allergieneigung nicht angewendet werden.

Das dritte – chemische – Prinzip der Hautbildverbesserung verfolgen Fruchtsäuren, unter der Bezeichnung »AHA« (alpha hydroxy acid) vermarktet. Synthetisch gewonnene Glykol-, Zitronen- oder auch Milch- und Salicylsäure werden dank ihres keratoplastischen Effekt eingesetzt, um die obersten Hornschüppchen von der Haut zu holen. Achtung: Fruchtsäurepeelings machen die Haut anfällig für Strahlenschäden. Ein hoher Sonnenschutz ist deshalb Pflicht.

Mehr mit Masken

Auch Reinigungsmasken ergänzen die tägliche Reinigung mit Gel oder Milch. Masken auf Ton- oder Mineralerdebasis (Kaolin, Bentonit, kolloidale Kieselsäure und Heilerden) saugen überschüssigen Talg und Schmutz auf und verfeinern so die Poren. Sie sind besonders bei Hautunreinheiten und fetter Haut geeignet. Meist handelt es sich um sogenannte feste Masken, also Pasten oder Pulver, die vor der Anwendung mit Wasser zu einem streichfähigen Brei angerührt werden. Nachdem die Flüssigkeit verdunstet ist, trocknen die Masken auf der Haut an. Am besten nicht bis zur vollständigen Erstarrung auf der Haut lassen, weil sonst der austrocknende Effekt zu stark sein könnte. Mit warmem Wasser abwaschen.

Als Reinigungsmasken fungieren auch sogenannte Filmmasken, also streichfähige, transparente hydrophile Gele. Am besten mit einem Pinsel auftragen und nach der Einwirkzeit abziehen oder abrubbeln (deshalb auch als Peel-off-Maske bezeichnet). Das nimmt lockere Hautschüppchen mit; die Haut wirkt glatter und klarer als zuvor. Grundlage der Filmmasken sind Polyacrylate, Cellulosederivate, Agar, Pektin oder Alginate. Wichtig: Filmmasken sind genauso wie erstarrende Masken bei trockener und empfindlicher Haut zu meiden, dagegen gut bei fetter oder unreiner Haut.

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