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»Infektiöser als angenommen«

Fünf Fragen zum neuen Coronavirus

Seit seinem Auftauchen im Dezember wird das neue Coronavirus 2019-nCoV intensiv erforscht. In etlichen Studien sammeln Forscher Erkenntnisse etwa zu Ansteckungsgefahr und Genetik. Was ist das für ein Erreger, der sich trotz beispielloser Maßnahmen in China immer weiter verbreitet und die ganze Welt in Atem hält? Was bisher bekannt ist – und was nicht.
dpa
06.02.2020
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Wie infektiös ist das neue Coronavirus?

Wie ansteckend 2019-nCoV genau ist, lässt sich zurzeit noch schwer beantworten. Klar ist bisher, dass sich das Virus durch Tröpfcheninfektion – etwa beim Husten und Sprechen – verbreitet. Auch, dass der Erreger deutlich infektiöser ist als ursprünglich angenommen, wie der Infektionsepidemiologe Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), erklärt.

Viele Details der Ansteckung seien noch ungeklärt, sagt der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité. »Das lässt sich nicht genau rekonstruieren. Man bekommt das Virus vermutlich ähnlich, wie man sich eine Erkältung einfängt.« Dass auch symptomfreie Menschen infektiös sein können, wie vereinzelt berichtet, hält Drosten für eher unwahrscheinlich.

Nach Auskunft chinesischer Mediziner kann sich das Virus möglicherweise auch über das Verdauungssystem verbreiten. Sie hatten den Erreger in Stuhlproben gefunden, nachdem sie festgestellt hatten, dass einige Patienten Durchfall statt üblicherweise Fieber bekommen hatten. Nach RKI-Angaben ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, ob man sich tatsächlich auf diese Weise anstecken kann. Auch von der Mutter auf das Neugeborene ist das Virus nach angaben aus China wahrscheinlich übertragbar.

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der schnellen Ausbreitung in China und der Tatsache, dass sich in anderen Ländern bisher nur wenige Menschen angesteckt haben. Der Virologe Thomas Schulz von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erklärt das auch damit, dass der Erreger in China vermutlich schon Wochen zirkulierte, bevor die Behörden rigorose Maßnahmen ergriffen. »Hätte man das einen Monat früher gemacht, wäre die Situation vermutlich nicht so eskaliert«, sagt Schulz.

Welche Symptome hat das neue Coronavirus?

Der Erreger infiziert vor allem Zellen der unteren Atemwege. Dadurch scheinen manche Symptome einer Erkältung wie etwa Fließschnupfen nicht aufzutreten. Generell sind die Symptome der neuen Lungenkrankheit unspezifisch. Fieber, trockener Husten und Atemprobleme können auch bei einer Grippe auftreten.

»Es reicht nicht aus, nur fieberhafte Personen zu testen«, sagt Drosten. »Manche Menschen haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen.« Mitunter können Patienten auch Kopfschmerzen oder Durchfall haben.

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 14 Tage. Deshalb werden Verdachtsfälle zwei Wochen isoliert. Nachgewiesen wird eine Infektion meist durch den Nachweis von Erbgut des Coronavirus im Sputum, dem schleimigen Auswurf beim Husten.

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