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Arzneimittel

Fünf Neulinge zum Jahresstart

Krebstherapie zum Ersten

Das erste von drei neuen Krebsmedikamenten heißt Rybrevant® und stammt aus dem Hause Janssen. In dem Präparat ist der neue Wirkstoff Amivantamab enthalten. Der monoklonale Antikörper soll bei Lungenkrebs zum Einsatz kommen, genauer gesagt als Monotherapie beim fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) mit epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor(EGFR)-Exon-20-Insertionsmutationen.

EGFR-Mutationen, die den Krebs fördern, indem sie unkontrolliertes Wachstum und Teilung von Tumorzellen verursachen, gehören zu den häufigsten Mutationen beim NSCLC. Krebs, der durch EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen ausgelöst wird, ist oft deutlich weniger empfindlich gegenüber der Behandlung mit EGFR-Tyrosinkinasehemmern. Amivantamab soll nicht in der Erstlinientherapie zum Einsatz kommen, sondern erst nach dem Versagen einer platinbasierten Chemotherapie.

Amivantamab ist ein bispezifischer Antikörper, der sowohl auf EGFR als auch auf den mesenchymalen epithelialen Übergangsfaktor (MET) abzielt. Signalfunktionen werden dadurch blockiert, was letztlich Tumorwachstum und -progression verhindern soll.

Der Antikörper wird im ersten Monat wöchentlich infundiert, danach dann alle zwei Wochen. Die empfohlene Dosierung ist abhängig vom Körpergewicht: Personen unter 80 kg erhalten 1050 mg, Personen über 80 kg 1400 mg als Einzeldosis. Die Fachinformation von Rybrevant informiert über Dosisänderungen bei Nebenwirkungen, das Dosierungsschema der Prämedikation und die Infusionsgeschwindigkeiten.

Zu den häufigsten beobachteten Nebenwirkungen zählen Hautausschlag, infusionsbedingte Reaktionen, Nageltoxizität, Ödeme, Müdigkeit, Stomatitis, Übelkeit und Verstopfung.

Krebstherapie zum Zweiten

Die zweite Neuigkeit im Bereich Onkologie ist der Wirkstoff Ripretinib (Qinlock®, Deciphera Pharmaceuticals). Der Kinasehemmer ist zur Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zugelassen. Das sind Tumoren des Bindegewebes im Magen-Darm-Trakt. Der neue Wirkstoff darf verordnet werden, wenn zuvor eine Behandlung mit drei oder mehr Kinasehemmern, einschließlich Imatinib, erfolgt ist.

Ripretinib hemmt unter anderem die Rezeptorkinasen namens KIT und PDGFRA. Diese können in GIST-Krebszellen mutiert sein, wodurch sich die Zellen unkontrolliert vermehren. Indem Ripretinib die beiden Kinasen hemmt, kann das Tumorwachstum verlangsamt werden.

Die empfohlene Dosis ist einmal täglich 150 mg oral. Eine Dosisanpassung aufgrund von Nebenwirkungen kann erforderlich werden. Sehr häufige Nebenwirkungen sind unter anderem Müdigkeit, Haarausfall, Übelkeit, Muskelschmerzen, Verstopfung, Durchfall sowie Gewichtsverlust und Erbrechen. Die gleichzeitige Anwendung mit starken oder mäßigen CYP3A-Induktoren sollte möglichst vermieden werden.

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