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Arzneimittel

Fünf Neulinge zum Jahresstart

… und zum Dritten

Mit Idecabtagen vicleucel (Abecma®, Bristol-Myers Squibb) kam zu Beginn des Jahres eine weitere sogenannte CAR-T-Zelltherapie auf den Markt. Das Gentherapeutikum wird bei vorbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom eingesetzt.

Für die CAR-T-Zelltherapie werden patienteneigene T-Zellen im Labor modifiziert. Sie werden so verändert, dass sie einen sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR) aufweisen. Diese Zellen werden dem Patienten zurückinfundiert. Im Körper attackieren sie dann jene Zellen mit dem Oberflächenmerkmal, gegen das der CAR gerichtet ist. Im Falle von Abecma ist dies das B-Zell-Reifungsantigen (B-Cell Maturation Antigen, BCMA). Dieses ist auf den Krebszellen des Multiplen Myeloms vorhanden. Binden die CAR-T-Zellen an diese Krebszellen, führt dies letztlich zum Zelltod.

Abecma wird einmalig infundiert. Die Behandlung kommt für erwachsene Patienten mit Multiplem Myelom infrage, die mindestens drei vorausgegangene Therapien erhalten haben und auch unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression aufwiesen.

Vor der CAR-T-Zelltherapie erfolgt eine Chemotherapie, um vorhandene weiße Blutkörperchen zu entfernen. Unmittelbar vor der Infusion von Abecma erhalten die Patienten Paracetamol und ein Antihistaminikum, um das Risiko von Infusionsreaktionen zu verkleinern. Der Interleukin-6-Rezeptorantagonist Tocilizumab muss für den Notfall bereitstehen, sollte sich beim Patienten ein gefährliches Zytokin-Freisetzungssyndrom entwickeln. Dies geschieht leider sehr häufig.

Weitere sehr häufige Nebenwirkungen der Therapie sind zum Beispiel Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, Infektionen, Fatigue, Durchfall, Übelkeit, Fieber, Husten, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Ödeme.

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