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Koronare Herzkrankheit

Funktioneller Eisenmangel als Risikofaktor

Funktioneller Eisenmangel offenbar relevant

Funktioneller Eisenmangel offenbar relevant

Das Risiko, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, war um 26 Prozent erhöht, wenn ein funktioneller Eisenmangel vorlag – verglichen mit Patienten ohne einen solchen Mangel. Auch das Risiko für die kardiovaskuläre Sterblichkeit war um 26 Prozent erhöht, das Risiko für die Gesamtsterblichkeit um 12 Prozent. Betrachteten die Mediziner die Menschen mit einem absoluten Eisenmangel, erhöhte sich das Risiko für eine koronare Herzkrankheit um 20 Prozent gegenüber Menschen ohne den absoluten Eisenmangel, das Risiko für die Sterblichkeit blieb jedoch unverändert. Ein schwerer absoluter Eisenmangel ging wiederum mit einem um 28 Prozent erhöhten Risiko für die Gesamtsterblichkeit einher. Mit dem Auftreten von Schlaganfällen konnte Eisenmangel nicht assoziiert werden.

Hätten die kardiovaskulären Erkrankungen also ohne den funktionellen Eisenmangel verhindert werden können? Auch das berechneten die Wissenschaftler. Demnach wären circa 5 Prozent aller Todesfälle, 12 Prozent der kardiovaskulären Todesfälle und 11 Prozent der neu festgestellten koronaren Herzkrankheiten in den folgenden zehn Jahren nicht aufgetreten, wenn kein funktioneller Eisenmangel vorgelegen hätte. Berücksichtigt wurden dabei Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Cholesterolwerte, Blutdruck, Diabetes mellitus, Body-Mass-Index und Entzündungswerte.

Das Fazit der Studie lautet, dass vor allem der funktionelle Eisenmangel (Ferritin und Transferrin) ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen sein könnte. Die Studie hatte jedoch Limitationen, da beispielsweise die Eisenwerte nur zu Beginn erfasst wurden und unklar ist, ob die Teilnehmer während der Nachbeobachtungszeit Eisen supplementiert haben. Auch die Forschenden weisen darauf hin, dass weitere Studien mit jüngeren und nicht europäischen Teilnehmern erforderlich seien. Wenn sich danach der Verdacht bestärke, müssten randomisierte Studien mit nicht Vorerkrankten folgen, die den Effekt der Behandlung eines Eisenmangels weiter untersuchen.

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