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Adipositas

Gefährliche Immunantwort im Fettgewebe

Adipositas und Übergewicht sind ein gesundheitliches Risiko, denn sie können verschiedene Erkrankungen auslösen oder verstärken. Wie Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München gezeigt haben, spielt das Immunsystem in diesem Geschehen eine bedeutende Rolle.
Annette Immel-Sehr
13.04.2022  12:00 Uhr

Bereits nach drei Wochen einer hochkalorischen Diät treten krankhafte Veränderungen auf: Bestimmte Immunzellen, sogenannte plasmazytoide dendritische Zellen (pDCs), häufen sich im Fettgewebe des Bauchraumes an. Dort bilden sich kleine Lymphknötchen, die unmittelbar in den Stoffwechsel eingreifen.

»Diese pDCs im Viszeralfett befinden sich in ständiger Alarmbereitschaft und schütten den Botenstoff Typ-I-Interferon aus«, erklärt Professor Dr. Barbara Walzog in einer Pressemeldung der Universität. Typ-I-Interferone dienen eigentlich der Regulation der Immunabwehr, lösen aber hier das metabolische Syndrom aus. Der Stoffwechsel entgleist und die Entzündungswerte steigen. Wird die Einwanderung der pDCs in das Viszeralfett blockiert, verbessert sich der metabolische Zustand deutlich. Dies könnte ein Ansatzpunkt für die Entwicklung von Arzneistoffen sein.

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