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Demenz-Gefahr bei Fußballprofis?

Möglicherweise haben Fußballer ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).
Annette Immel Sehr
21.11.2019
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In einer aktuellen retrospektiven Kohortenstudie, über die die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) berichtet, waren 7.676 ehemalige Fußballprofis sowie 23.000 Menschen aus der Allgemeinbevölkerung beobachtet worden. Die Todesursachen derer, die im Studienzeitraum verstarben, wiesen Unterschiede auf. So war die Sterblichkeit der ehemaligen Fußballprofis an ischämischen Herzerkrankungen signifikant geringer als die der Kontrollgruppe, was die Forscher auf den protektiven Effekt des Sports auf das Herz-Kreislauf-System zurückführen.

Sie fanden jedoch auch, dass die Todesrate durch Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und andere Demenzerkrankungen insgesamt bei den Fußballprofis signifikant um den Faktor drei höher war, speziell Alzheimer-bedingte Todesfälle waren sogar viermal häufiger. Eine retrospektive Erhebung kann keine kausalen Beziehungen nachweisen. Deswegen halten die Autoren weitere Studien für erforderlich, um die Bedeutung von Kopfbällen und Schädel-Hirntraumen auf das Risiko für spätere neurodegenerative Erkrankungen zu klären. Sie betonen zudem, dass die aktuellen Ergebnisse nicht auf Amateurfußballer übertragbar sind. 

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