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Wieder mehr Energie

Gegen den Winterblues

Graues Wetter, trübe Stimmung: In der dunklen Jahreszeit fühlen sich mehr Menschen ausgelaugt und antriebslos. Dahinter kann mitunter eine saisonal abhängige depressive Verstimmung stecken. Was verhilft Betroffenen wieder zu mehr Energie?
Verena Schmidt
24.01.2023  11:30 Uhr
Gegen den Winterblues

Im Winter ist der Körper eher auf Ruhe und Trägheit eingestellt. Die meisten Menschen bewegen sich weniger als im Frühling und Sommer und halten sich vor allem drinnen auf. Natürliches Tageslicht ist Mangelware, der Körper bildet daher verstärkt das schlaffördernde Hormon Melatonin. Die Produktion des »Glückshormons« Serotonin wird dagegen gedrosselt. Dass sich viele Menschen im Winter müde und schlapp fühlen, ist also kein Wunder. Kommen zur Antriebslosigkeit weitere Symptome wie Nervosität, Anspannung oder auch traurige Gedanken hinzu, steckt womöglich eine Winterdepression hinter den Beschwerden. Diese saisonal abhängigen Symptome treten ausschließlich in der dunklen Jahreszeit auf, meist mild bis moderat ausgeprägt.

Was hilft? Die Antwort darauf ist denkbar einfach: Tageslicht und Bewegung. Wer kann, sollte beispielsweise morgens oder in der Mittagspause spazieren gehen oder am Wochenende eine Fahrradtour machen – auch bei trübem Wetter. Tageslicht regt auch bei wolkenverhangenem Himmel die Produktion von Serotonin und Vitamin D an, und auch die körperliche Aktivität steigert die Stimmung durch Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin und Endorphinen. Empfehlenswert ist außerdem alles, was den Kreislauf in Schwung bringt, etwa Kneipp’sche Anwendungen, wechselwarme Duschen oder regelmäßige Saunagänge. Auch eine abwechslungsreiche, nicht zu schwere Mischkost mit viel frischem Obst und Gemüse wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus.

Aktiv werden

Neben Aktivitäten sollte man auch Ruhezeiten planen und auf ausreichend Schlaf achten. Aber Vorsicht: Zu viel Schlaf ist gerade bei einer Winterdepression nicht empfehlenswert. Langes Dösen morgens im Bett, spätes Aufstehen und ein Mittagsschlaf sind erfahrungsgemäß eher kontraproduktiv und führen zu noch mehr Müdigkeit. Höhere Energielevel und eine verbesserte Stimmung lassen sich eher erzielen, wenn man morgens zeitig aufsteht und sich mittags nicht hinlegt. In psychotherapeutischen Kliniken ist ein ärztlich begleiteter Schlafentzug nach ähnlichem Prinzip sogar ein anerkannter Therapiebaustein bei Depressionen.

Lässt sich eine anhaltende Erschöpfung nicht allein mit Bewegung, Licht und gesunder Ernährung bewältigen, können PTA verschiedene pflanzliche Arzneimittel sowie bestimmte Vitamine und Mineralstoffe zur Selbstmedikation empfehlen. Wichtig: Depressive Symptome sollten Kunden, gerade wenn diese länger anhalten, unbedingt vom Arzt abklären lassen. In einigen Fällen kann dann die Gabe eines verschreibungspflichtigen Antidepressivums, etwa eines Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers (SSRI), sinnvoll sein.

Stehen Müdigkeit und Erschöpfung im Vordergrund, eignen sich Nahrungsergänzungsmittel, die vor allem B-Vitamine (zum Beispiel Aminoplus® Burnout, Orthomol vital m/f, Vitasprint®, Vitamin-B-loges® komplett), aber auch Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Calcium enthalten.

Pflanzliche Präparate mit Rosenwurz (wie Rhodiolan®, Vitango®, Rhodiologes®) sollen ebenfalls Erschöpfungszustände und Müdigkeit verringern. Das Dickblattgewächs Rhodiola rosea, das schon seit Langem in Skandinavien und Russland als Heilpflanze bekannt ist, zählt zu den Adaptogenen: Das bedeutet, es steigert die Resistenz des Organismus gegenüber Stress und hilft ihm dabei, sich an physische und psychische Belastungen anzupassen. Adaptogene sind in der Regel gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Im Unterschied zu Stimulanzien ziehen sie auch keinen Leistungseinbruch nach sich. Die Zulassung der Rosenwurz-Präparate beruht auf langjähriger traditioneller Verwendung. In Schwangerschaft, Stillzeit und für Kinder und Jugendliche sind die Arzneimittel nicht geeignet, da hier keine Daten zur Unbedenklichkeit vorliegen.

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