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Wieder mehr Energie

Gegen den Winterblues

Schlaf gut

Kommen zur Erschöpfung weitere Symptome wie innere Unruhe, Ängste und Einschlafstörungen hinzu, kann die PTA vorübergehend ein pflanzliches Beruhigungsmittel empfehlen. Wissenschaftlich mit am besten untersucht ist die Wirkung der Baldrianwurzel. Klinische Studien bescheinigen bestimmten Trockenextrakten eine Wirkung bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen. Empfehlenswert sind Extrakte mit einem Droge-Extrakt-Verhältnis von 3 -7,4:1, die mit 40- bis 70-prozentigem Ethanol als Auszugsmittel hergestellt wurden (wie Baldrivit®, Euvegal® Balance, Baldriparan® stark für die Nacht, Luvased® mono, Moradorm® Beruhigung Baldrian, Sedonium®).

Auch für die Kombination von Baldrian und Hopfenzapfen (zum Beispiel Allunapret®) hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA den Status des »well-established use« vergeben. Daneben bietet der Markt viele weitere Baldrian-Kombinationen, etwa mit Melisse und/oder Passionsblume (wie Euvegal®, Kytta Sedativum®, Vivinox® Nervenruhe), die dem »traditional use« zugeordnet werden. Das ebenfalls in Studien gut untersuchte Lavendelöl Silexan® (Lasea®) kann ab 18 Jahren bei leichter ängstlicher Verstimmung und innerer Unruhe eingesetzt werden. Es hat einen hohen Gehalt an Linalool und Linalylacetat, welche direkt auf das zentrale Nervensystem wirken und die Reizverarbeitung wieder in Balance bringen sollen.

Bei leichten bis mittelschweren Formen einer Depression können laut der S3-Leitlinie »Unipolare Depression« Johanniskrautextrakte versucht werden. Einige niedrig dosierte Fertigpräparate mit 300 bis 450 mg pro Tablette (zum Beispiel Jarsin®, Felis®, Kira®) sind bereits ab zwölf Jahren zugelassen, höher dosierte Präparate mit 600 bis 900 mg nur für Erwachsene ab 18 Jahren (wie Neuroplant® Aktiv, Laif® 900 Balance). Bei der Abgabe sollten PTA auf jeden Fall über die zahlreichen möglichen Wechselwirkungen der Zubereitungen sowie die Nebenwirkung Photosensibilisierung informieren. Auch wichtig: Eine stimmungsaufhellende Wirkung spüren die Patienten frühestens nach zwei bis vier Wochen.

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