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Zwei Neulinge seit Mitte Juli

Gegen MS und endogenes Cushing

Osilodrostat kann die QT-Zeit am Herzen verlängern, weshalb regelmäßige EKG-Untersuchungen bei den Anwendern durchgeführt werden sollten. Isturisa sollte bei Patienten mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung mit Vorsicht angewendet und das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Osilodrostat kann fetale Schädigungen verursachen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist daher vor Beginn der Behandlung abzuklären, ob sie schwanger sind, und der Arzt muss die Patientinnen über das potenzielle Risiko für den Fetus und die Notwendigkeit der Anwendung einer zuverlässigen Verhütungsmethode während der Behandlung und mindestens eine Woche nach deren Ende aufklären. Die Anwendung von Isturisa während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen. Zudem sollte das Stillen während der Behandlung mit Osilodrostat und für mindestens eine Woche nach der Behandlung unterbrochen werden.

Rezeptor-Modulierer

Ebenfalls Mitte Juli kam das Präparat Zeposia® Hartkapseln der Firma Celgene in den deutschen Handel. Es enthält mit Ozanimod einen Wirkstoff zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) mit aktiver Erkrankung.

Bei Multipler Sklerose greift das Immunsystem in Gehirn und Rückenmark die schützende Isolierung um die Nerven sowie die Nerven selbst an und schädigt diese. Wie die bereits verfügbaren oralen Wirkstoffe Fingolimod (Gilenya®) und Siponimod (Mayzent®) wirkt auch Ozanimod an sogenannten Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptoren modulierend. Diese Rezeptoren sind an der Bewegung von Lymphozyten im Körper beteiligt. Durch die Bindung an diese Rezeptoren halten die Wirkstoffe Lymphozyten davon ab, von den Lymphknoten zu Gehirn und Rückenmark zu gelangen, wodurch die von ihnen bei MS verursachten Schädigungen begrenzt werden. Während Fingolimod ein unselektiver Rezeptor-Modulator ist, docken Ozanimod und Siponimod selektiv an die Rezeptorsubtypen 1 und 5 an. Siponimod ist bisher nicht für die RRMS zugelassen, dafür aber als einziger der drei ähnlichen Arzneistoffe für die sekundär progrediente MS (SPMS).

Ozanimod wird einmal täglich als Kapsel eingenommen. Um das Risiko von Nebenwirkungen auf das Herz zu verringern, sollte die Dosis zu Beginn der Behandlung oder nach einer längeren Unterbrechung langsam gesteigert werden. Die Anfangsdosis beträgt während der ersten vier Tage eine 0,23-mg-Kapsel täglich, während der folgenden drei Tage eine 0,46-mg-Kapsel täglich und ab dem achten Tag eine 0,92-mg-Kapsel täglich.

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen von Ozanimod sind Nasopharyngitis und erhöhte Leberenzym-Werte. Kontraindiziert ist Zeposia bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen, schweren aktiven Infektionen, Krebs oder geschwächtem Immunsystem. Das Präparat darf ferner nicht bei Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen oder Patienten angewendet werden, die kürzlich einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder andere Herzprobleme hatten. Vor Einleitung der Ozanimod-Therapie ist bei allen Patienten ein EKG durchzuführen, um etwaige Vorerkrankungen des Herzens festzustellen. Der Blutdruck sollte während einer Ozanimod-Therapie regelmäßig kontrolliert werden.

Tabu ist der neue Wirkstoff darüber hinaus auch bei Schwangeren oder Frauen im gebärfähigen Alter, die kein zuverlässiges Verhütungsmittel verwenden. Aufgrund des Potenzials für schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Ozanimod und seine Metabolite bei gestillten Säuglingen sollen Frauen, die mit Ozanimod behandelt werden, nicht stillen.

Eine Impfung während der Behandlung mit Ozanimod sowie bis zu drei Monate danach kann weniger wirksam sein. Die Anwendung von attenuierten Lebendimpfstoffen kann ein Infektionsrisiko bergen und sollte daher während der Behandlung mit dem Wirkstoff und für bis zu drei Monate danach vermieden werden.

Was gibt es in Sachen Wechselwirkungen zu bedenken? Die gleichzeitige Anwendung von Inhibitoren des Brustkrebsresistenz-Proteins (BCRP), MAO-Hemmern oder CYP2C8-Induktoren mit Ozanimod wird nicht empfohlen. Das kann zu erhöhten beziehungsweise erniedrigten Spiegeln des MS-Medikaments führen und damit dessen Wirksamkeit oder Sicherheit beeinflussen. 

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