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Husten

Gelber Bronchialschleim ist nicht immer bakteriell

Bei Husten werten Ärzte eine gelb-grünliche Farbe des Bronchialschleims oft als Hinweis auf eine bakterielle Infektion und verschreiben Antibiotika. Das kann jedoch ein Trugschluss sein.
Aponet
09.11.2021  14:00 Uhr

Die Farbe des Schleims könne kein eindeutiger Hinweis sein, sagt Dr. med. Peter Kardos aus Frankfurt. Er kritisiert, dass Antibiotika die bei Husten am häufigsten verordneten Medikamente seien.

Der Bronchialschleim besteht grundsätzlich aus Wasser, dem weiße Blutkörperchen und abgestorbene Zellen, auch Bakterien, beigemischt sind. Je nach Menge dieser Substanzen verändert sich auch die Farbe des Schleims. »Ist der Schleim gelb, heißt das nicht zwangläufig, dass Bakterien für die Infektion verantwortlich sind«, stellt Kardos klar. Selbst Menschen mit Asthma, an dem keine bakteriellen Erreger beteiligt sind, hätten bisweilen gefärbten Auswurf.

»Anfangs sind es überwiegend Viren, die die Erkältung und damit den Husten verursachen. Antibiotika, die nur gegen Bakterien wirken, können dann noch nichts ausrichten«, so Kardos weiter. Um den Husten während dieser ersten Tage zu lindern, empfiehlt er Hustenreizstiller aus Apotheke. Hier gebe es auch pflanzliche Präparate, die unterstützen können.

»Erst wenn der Husten nach zehn Tagen nicht besser geworden ist, deutet das auf eine hinzugekommene bakterielle Infektion hin, die mit Antibiotika behandelt wird«, erklärt der Mediziner. Kardos ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Bronchialheilkunde und Hauptautor der Leitlinie »Husten« der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie.

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