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Medizinische Begriffe

Genau erklären und nachfragen

Ärzte schätzen die Kenntnisse ihrer Patienten in Bezug auf grundlegende medizinische Begriffe häufig besser ein als sie tatsächlich sind. Zu diesem Schluss kommen Mediziner des Klinikums Bogenhausen, die stationär behandelte Patienten medizinische Begriffe erklären ließen.
Isabel Weinert
Daniela Hüttemann
06.03.2019  15:36 Uhr

»Leiden Sie unter Angina Pectoris«? Diese und weitere Fragen stellten die Ärzte um Privatdozent Dr. Felix Gundling knapp 200 Patienten. Rund ein Drittel der Patienten wussten bei dieser Frage nicht, was gemeint war. Ein weiteres Drittel meinte es zwar zu wissen, erklären konnten diese Patienten den Begriff jedoch nicht.

Es hapert beim Medizinwissen vieler Laien aber nicht nur bei lateinischen oder griechischen Fachbegriffen wie Ödem oder Reflux, sondern auch bei  deutschsprachigen Begriffen wie Verstopfung, Darmspiegelung oder Sodbrennen. Diese glaubten fast alle zu kennen und dennoch kamen einige ins Stolpern, wenn sie erklären sollten, was sie genau darunter verstehen. Das berichten die Autoren in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift«. Ärzte schätzten die Kenntnisse ihrer Patienten häufig besser ein als sie sind und vergewisserten sich meist nicht durch Nachfragen, ob die Patienten Begriffe wirklich­ verstanden haben. Das aber sei für den Erfolg der Therapie­ wichtig. Denn eine ineffektive ärztliche Kommunikation führe häufig zu einer Fehleinschätzung der im Vordergrund stehenden Problematik oder zum Einsatz un­nötiger diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Da hilft nur Klartext reden und nachhaken, ob der Patient es auch verstanden hat. Das gilt sicherlich auch für die Beratung in der Apotheke. 

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