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Gesunde Ernährung

Fast die Hälfte aller Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrank­ungen beruhen auf einer unausgewogenen Ernährung – und wären damit vermeidbar, zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Halle-Wittenberg.
Elke Wolf
14.02.2019  13:34 Uhr

Nach den Berechnungen von Dr. Toni Meier und Kollegen gingen 2016 von insgesamt 4,3 Millionen kardiovaskulären Todesfällen in Europa 2,1 Millionen auf eine unzureichende Ernährungsweise zurück. Während in Deutschland 160.000 und damit 46 Prozent aller mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Co. assoziierten Todes­fälle ernährungsbedingt waren, stehen andere Länder im Vergleich etwas­ besser da. So ging in Israel und Spanien nur jeder dritte kardiovas­kuläre Todesfall auf die Ernährung zurück, berichten Meier und sein Team in einer Presse­mitteilung der Universität. Insgesamt wäre ihnen zufolge hierzu­lande jede zweite bis dritte tödlich endende­ Herz-Kreislauf-Erkrankung durch eine bessere Ernährung vermeidbar gewesen.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler repräsentative Daten der Global­ Burden of Disease Study von 1990 bis 2016 aus. Sie verglichen dabei die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in 51 europäischen Ländern und veröffentlichten ihre Ergebnisse im »European­ Journal of Epidemiology«.

Als einen der Hauptgründe für die ernährungsbedingten Todesfälle nennen die Wissenschaftler einen zu geringen Verzehr von Vollkornprodukten. Demnach hat ein vermehrter Konsum von ballaststoffarmen Weißmehl­produkten in den vergangenen Jahren zu einer Zunahme­ von Herz-Kreislauf-Erkrank­ungen geführt. Daneben spielen­ auch der geringe Verzehr von Nüssen, Samen und Gemüse­ sowie ein zu hoher Salz­konsum eine Rolle. Die Effekte­ anderer­ Risikofaktoren wie Rauchen­ und Bluthochdruck rechneten sie mithilfe ihres Modells­ heraus.

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