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Der Weg zur Stabilität

Glucocorticoid in Cremegrundlage

Bei der Verwendung von Fertigprodukten ist genaue Aufmerksamkeit gefragt, um die Stabilität der Wirkstoffe zu sichern. PTA Gabi Galenik erhält eine Rezeptur mit der Grundlage Unguentum Cordes, die sie vor Herausforderungen stellt.
Andreas Melhorn
05.08.2022  14:30 Uhr

Nachdem sie die Verordnung des Rezepturarzneimittels von einer Kollegin erhalten hat, macht Gabi Galenik sich sofort daran, die Plausibilitätsprüfung durchzuführen. Sie ahnt bereits, dass sie besondere Aufmerksamkeit auf die Stabilität von Betamethasonvalerat legen muss, weil der rezeptierbare pH-Bereich relativ eng ist.

Betamethasonvalerat ist nach der vierstufigen Wirkstärkeskala für Externsteroide ein stark wirksames Glucocorticoid (Wirkstärkeklasse III). Der rezeptierbare pH-Bereich liegt laut »Tabellen für die Rezeptur« bei pH 2 bis 5. Noch weiß Gabi Galenik nicht, ob sich das negativ auf die Stabilität auswirkt, dennoch wirft sie schon einmal einen Blick auf den Rezepturhinweis »Betamethasondipropionat«, um zu sehen, ob ein Austausch des Glucocorticoids mögliche wäre. Der rezeptierbare pH-Bereich liegt dort bei 2 bis 8. Bei der Wirkstärke fallen beide Glucocorticoide in die gleiche Klasse, Betamethasonvalerat ist in niedrigen Dosierungen aber etwas schwächer. Bei einer therapeutischen Konzentration von 0,025 bis 0,15 Prozent liegen die gewünschten 0,1 Prozent im oberen Bereich. Gabi vermutet, dass der verschreibende Arzt nichts gegen einen Austausch einzuwenden hätte, aber das müsste der Arzt natürlich erst bestätigen.

Im Rezepturenfinder von DAC/NRF findet Gabi eine einzige Rezepturformel mit Betamethasonvalerat und Octenidindihydrochlorid, die allerdings Basiscreme DAC als Grundlage verwendet. Aus den dortigen Angaben kann sie zumindest schließen, dass eine Kombination der beiden Wirkstoffe prinzipiell unproblematisch ist. Der Creme ist ein Citratpuffer zur pH-Anpassung zugesetzt und die Aufbrauchfrist wird mit sechs Monaten in der Spenderdose geschätzt.

Octenidindihydrochlorid ist ein häufig eingesetztes Antiseptikum mit langer Wirkdauer. Laut den »Tabellen für die Rezeptur« liegt die therapeutische Konzentration bei 0,1 bis 0,2 Prozent, was zur vorliegenden Verschreibung passt. Es wird auf Haut und Schleimhaut eingesetzt, darf aber wegen des Risikos einer Gewebeschädigung nicht zum Spülen von tiefen Wunden eingesetzt werden. Es bietet von sich aus antimikrobiellen Schutz, das heißt, wenn es im therapeutischen Bereich eingesetzt wird, ist im Normalfall kein Zusatz eines Konservierungsmittels notwendig. Die Wirkung gegen Schimmelpilze ist allerdings nur gering. Gabi nimmt sich vor, zu überprüfen, ob aus diesem Grund vielleicht doch ein Konservierungsmittel zugesetzt werden muss.

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