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Trend oder gesund?

Glutenfrei essen

Auch die Botschaft, Gluten mache dick oder helfe beim Abnehmen, entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage. Dabei ist vor allem bei glutenfreien Fertigprodukten eher das Gegenteil zu befürchten. Sie enthalten in der Regel mehr Fett und Zucker und damit auch mehr Kalorien. Neben Fett und Zucker stecken in vielen Lebensmitteln ohne Gluten Stärke, Mais, Verdickungsmittel und Ascorbinsäure. Die Inhaltsstoffe sollen unter anderem die Schwächen des fehlenden Glutens kompensieren und für eine angenehme Konsistenz sorgen. Im Vergleich zu herkömmlichen Produkten mit Gluten fehlen aber oft Ballaststoffe und bestimmte Vitamine und Mineralstoffe.

Es kommt natürlich immer darauf an, wie man eine bestimmte Ernährungsform ausführt. Das Beste ist, und das gilt auch für Menschen mit Zöliakie, sich vollwertig zu ernähren und möglichst auf Vollkorn sowie unverarbeitete Lebensmittel zu setzen. Da die Empfehlungen unter einer Kost ohne Gluten jedoch deutlich schwieriger umzusetzen sind, raten Ernährungsexperten gesunden Menschen von einem Verzicht auf Gluten ab. Glutenfreie Produkte sind zudem oft teurer als die entsprechenden glutenhaltigen Lebensmittel.

Empfindlichkeit möglich

In letzter Zeit häufen sich jedoch Beobachtungen, dass sich bei Patienten mit chronischen Bauchbeschwerden die Symptome unter glutenfreier Diät deutlich verbessern, obwohl sie keine Zöliakie haben. Die Mehrheit der Wissenschaftler und Ärzte ist sich heute darüber einig, dass es eine sogenannte Glutensensitivität gibt. Betroffene reagieren überempfindlich auf Gluten oder andere Getreidebestandteile. Dabei entstehen weder für eine Zöliakie typische Antikörper noch verändert sich die Darmschleimhaut. Die Symptome sind sehr unterschiedlich, sie reichen von Magen-Darm-Beschwerden über Unwohlsein bis hin zu Müdigkeit und Kopfschmerzen. Patienten sollten aber nicht einfach auf Verdacht glutenhaltige Lebensmittel weglassen. Bei entsprechender Vermutung gilt es zunächst, andere Erkrankungen auszuschließen.

Neben Zöliakie ist die wichtigste Differentialdiagnose eine Nahrungsmittelallergie gegen Weizen. Die Weizenallergie wird durch verschiedene Weizenproteine ausgelöst, aber weniger als ein Prozent der Menschen ist davon betroffen. Sie lässt sich mit einer IgE-Antikörperbestimmung im Blutserum feststellen.

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