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Scharfer Hahnenfuß

Goldgelb, glänzend, giftig

Der Scharfe Hahnenfuß dürfte vielen auch als Butterblume bekannt sein. Diese verlockende und appetitlich klingende Bezeichnung führt allerdings in die Irre, denn wie alle Hahnenfußgewächse ist auch dieses nicht für die menschliche Ernährung geeignet.
Katja Egermeier
05.05.2021  08:30 Uhr
Die meisten Menschen werden wohl Butterblume zu dieser Pflanze sagen: der Scharfe Hahnenfuß mit seinen goldgelben Blüten. / Foto: Getty Images/Ilona Wrobel
Der Scharfe Hahnenfuß verlockt geradezu zum Pflücken. Doch Vorsicht! Der Pflanzensaft kann zu Hautirritationen bis hin zur Blasenbildung führen. / Foto: Getty Images/Westend61

Botanik und Bestimmung

Der Scharfe Hahnenfuß ist ein ausdauerndes, krautiges Gewächs, das eine Höhe von 30 cm bis über einen Meter erreichen kann. Gleichzeitig wurzelt er bis zu 50 cm tief. Er hat grundständige, um den Stängel wechselständig verteilt angeordnete, stark handförmig geteilte Laubblätter. Blütezeit ist von Mai bis September. Die glänzend goldgelben Blüten bestehen aus meist 5 Nektarblättern und weisen einen Durchmesser von 1 bis 2,5 cm auf. Die kugelige Sammelfrucht setzt sich aus zahlreichen geschnäbelten Nüsschen zusammen.

Vorkommen und Verbreitung

Der Scharfe Hahnenfuß ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet. Innerhalb Europas kommt er bis auf Portugal und die Türkei überall vor. Er wächst auf Wiesen und in Gebüschen sowohl in der Ebene als auch im Gebirge.

Gifte und Gefahren

Bei den Ranunculus-Arten wie dem Scharfen Hahnenfuß sind alle Pflanzenteile giftig, besonders aber die Wurzeln. Die Hauptgiftstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol), das sich beim Trocknen der Pflanze jedoch schnell zu dem weniger aktiven Anemonin wandelt und dann in Anemoninsäure übergeht.

Bei Verletzung der Pflanze wird Saft freigesetzt, der zu Haut- und Schleimhautreizungen in Form von Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Blasenbildung führen kann (Hahnenfußdermatitis).

Die innere Aufnahme durch Verschlucken von Pflanzenteilen hat Einfluss auf das Nervensystem. Es kann zu Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Krämpfen oder Lähmungserscheinungen kommen. Auch Nierenschäden sind möglich.

Grad der Gefährlichkeit

Giftig! Vergiftungen beim Menschen sind jedoch selten.

Vergiftung, was tun?

Erste-Hilfe-Maßnahmen: Pflanzenreste aus dem Mund entfernen und anschließend viel Wasser trinken.

Treten Vergiftungserscheinungen auf, zum Beispiel nach der Einnahme größerer Mengen, ist ein Arztbesuch ratsam. Auch hier ist die primäre Giftentfernung, Kohlegabe und eine symptomatische Therapie meist ausreichend. Die Verabreichung krampflösender Mittel kann angezeigt sein. Es sollte auch immer an die hautreizende Wirkung gedacht werden.

Gut zu wissen

Der Scharfe Hahnenfuß ist auch für Tiere giftig, beispielsweise für Weidevieh – jedoch nur bei massenhaftem Genuss und sofern die Pflanze noch frisch ist. Getrocknet ist sie auch in großen Mengen unschädlich, denn dabei wandelt sich das toxische Protoanemonin in das ungefährliche Anemonin um.

Der Gattungsname Ranunculus leitet sich im Übrigen von dem lateinischen Wort ranunculus - »Fröschlein« ab. Ob diese Bezeichnung nun gewählt wurde, weil viele Pflanzen dieser Gattung gerne an feuchten Standorten gedeihen, die auch Frösche mögen, oder weil die Früchte kaulquappenförmig sind, ist nicht überliefert.

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