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Taktlose und unverschämte Mitmenschen

Grenzen setzen

Wenn Sie Ihre individuellen Vorstellungen definiert haben, können Sie diese Erwartungen auch konsequent mitteilen. Handeln Sie dabei nach dem Prinzip: »Hart in der Sache und weich zum Menschen.« Sagen Sie klar, wenn Ihnen etwas nicht gefällt, bleiben Sie dabei aber immer höflich und respektvoll gegenüber Ihrem Gesprächspartner. Achten Sie vor allem darauf, den Gesprächspartner trotz der gebotenen Deutlichkeit nicht persönlich anzugreifen. Sprechen Sie daher stets von Ihren Bedürfnissen, statt das »unmögliche Verhalten« des anderen zu kritisieren.

Eine gute Möglichkeit, seine Meinung auszudrücken, ist es, sogenannte »Ich-Botschaften« zu verwenden. Der Wechsel vom »Du« zum »Ich« nimmt die Schärfe aus Ihren Aussagen. Statt »Ständig überziehst Du (!) Deine Pausen« ist es besser zu sagen: »Damit alle Kollegen eine Pause bekommen, finde ich (!) es wichtig, dass die Pausenzeiten eingehalten werden.« Machen Sie zum Schluss des Gesprächs eine positive Bemerkung über Ihre Beziehung: »Ich bin froh, dass wir das geklärt haben.« oder »Es macht Spaß, mit Dir zusammenzuarbeiten.«

Wenn Ihre Mitmenschen merken, dass Sie sich nicht alles gefallen lassen, werden Grenzverletzungen in Zukunft sicherlich zurückgehen oder ganz unterbleiben. Sie können davon ausgehen, dass die meisten Menschen sogar froh darüber sind, Ihre Grenzen zu kennen und respektieren zu können. Wirklich rücksichtslose Grenzverletzer sind eindeutig in der Minderzahl. 

Vorgehen in drei Schritten

In vielen Fällen hat sich ein Vorgehen in drei Schritten bewährt, mit denen Sie die eigenen Erwartungen klar kommunizieren und zugleich unnötige Auseinandersetzungen vermeiden können. Wenn jemand Ihre Grenzen erstmals verletzt, dann gehen Sie im ersten Schritt davon aus, dass es keine böse Absicht war und derjenige Ihre Grenzen nur nicht kannte oder ausnahmsweise nicht daran gedacht hat. Reagieren Sie sofort auf das unerwünschte Verhalten und sagen Sie, was Sie stört.

Wenn Ihr Gesprächspartner Ihre klar geäußerten Erwartungen danach erneut verletzt, geben Sie dem Betreffenden noch eine zweite Chance. Sagen Sie, dass Sie sich im ersten Schritt vermutlich nicht klar genug ausgedrückt haben und erläutern Sie nochmals, welches Verhalten für Sie nicht in Ordnung ist. Wenn es in die Situation passt, können Sie Ihren Gesprächspartner anschließend bitten, mit eigenen Worten zusammenzufassen, wie er Ihre Aussagen verstanden hat. Mit diesem Vorgehen haben Sie im ersten Schritt Unkenntnis und im zweiten Schritt Unklarheit über Ihre Erwartungen unterstellt.

Spätestens nach dem zweiten Schritt sollte die Angelegenheit endgültig erledigt sein. Bei einem nochmaligen Verstoß können Sie in den meisten Fällen nur noch von Absicht oder Gleichgültigkeit ausgehen. Der Betreffende missachtet entweder ganz bewusst Ihre Erwartungen oder Ihre Wünsche sind für ihn so unwichtig, dass er Sie trotz mehrfacher Erinnerung immer wieder vergisst. In beiden Fällen können Sie sich fragen, ob dieser Mensch dauerhaft Teil Ihres Lebens bleiben soll.

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