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Influenza-Viren

Grippe-Impfung immer wieder nötig

Gattungen und Subtypen

Hippokrates hatte bereits im Jahr 412 von einer Grippewelle berichtet, demzufolge begleiten die Viren den Menschen schon seit langer Zeit. Im Jahr 1933 entdeckten die britischen Virologen Patrick Laidlaw (1881-1940), Wilson Smith (1897-1965) und Christopher Andrewes (1896-1988) das Influenzavirus.

Zu diesem Zeitpunkt war nur das Influenzavirus A bekannt, dieses hatte die Spanische Grippe 1918 ausgelöst. Dass es vier Gattungen, nämlich daneben noch die Influenzaviren B, C und D und innerhalb der einzelnen Gattung Dutzende Subtypen gibt, fanden Forscher erst seit den 1940er-Jahren heraus. Die einzelnen Gattungen unterscheiden sich in ihrer Anzahl von RNA-Segmenten: jeweils acht bei Influenza-A- und -B-Viren und jeweils sieben bei Influenza-C- und -D-Viren. Vor allem beim Influenza-A- Virus variieren die Glykoproteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) sehr stark, wodurch mehrere Subtypen existieren. Zurzeit sind 18 H- und 11 N-Subtypen bekannt. Der Subtyp, den die britischen Forscher im Jahr 1933 bestimmt hatten, erhielt im Nachhinein die Bezeichnung „H1N1“. Die in der Folge gefundenen Subtypen nummerierten die Taxonomen einfach weiter, der bislang neueste ist H18N11.

Die Segmentierung erlaubt es den Viren, bei einer gleichzeitigen Infektion einer Zelle mit zwei Virenstämmen ihre RNA-Segmente untereinander auszutauschen. Diese genetische Veränderung nennt man Antigen-Shift. Den neu gemischten Subtyp erkennt das Immunsystem noch nicht, deshalb resultiert aus einem Antigen-Shift häufig eine Epidemie, so beispielsweise die Spanische Grippe. Solche Veränderungen kommen jedoch nur selten vor.

Häufiger finden auf dem Genom der Viren Punktmutationen (Antigen-Drift) statt, die die RNA nur geringfügig verändern. Da das Virus keine Reparaturmechanismen wie zum Beispiel Exonukleasen enthält, werden diese Fehler nicht korrigiert. Ändert sich im Resultat vor allem die Struktur der Oberflächenproteine, was meist der Fall ist, können die Antikörper die neue Variante ebenfalls nicht erkennen. Antigen-Drift und Antigen-Shift sind die Ursachen dafür, dass ein Mensch mehrmals im Leben an einer Influenza erkranken kann, und zwar immer an veränderten Virusvarianten.

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