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Ähnliche Wirkstoffnamen

Großbuchstaben erhöhen Patientensicherheit

Ähnlich aussehende oder ähnlich klingende Wirkstoffnamen (sogenannte »look alikes« oder »sound alikes«) können bei der Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten zu Verwechslungen führen. Eine aktuelle Studie des Universitätsspitals Zürich (USZ) zeigt: Großbuchstaben in Medikamentennamen können die Fehlerrate deutlich senken.
Verena Schmidt
20.04.2022  16:00 Uhr

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt zur Unterscheidung ähnlicher Medikamentennamen die Anwendung von »Tall Man Lettering« (TML). Dabei werden Großbuchstaben zu Beginn oder in der Mitte von Wirkstoffnamen eingesetzt, um Unterschiede hervorzuheben und so Verwechslungen vorzubeugen (zum Beispiel ePHEDrin und EPINEPHrin).

Ein Team von Wissenschaftlern hat nun auf den Intensivstationen von zwei Kliniken in Zürich untersucht, wie sich die TML-Methode auf die Fehlerrate beim Stellen von Arzneimitteln auswirkt. Mithilfe von Eye Tracking wurde das Blickverhalten von 30 Intensiv-Pflegefachpersonen untersucht, die jeweils aus zehn Spritzen – mit oder ohne Großbuchstaben beschriftet – die korrekte verordnete Spritze auswählen mussten. Beim Eye Tracking werden per Infrarotlicht Augenbewegungen und Pupillenverhalten gemessen.

Die Auswertung der Untersuchung zeigt: Die Fehlerrate ließ sich dank TML deutlich reduzieren, und zwar von 5,3 auf 0,7 Prozent. Die Studienautoren schlussfolgern, dass die Großbuchstaben die visuelle Aufmerksamkeit erhöhen und zu einem genaueren Lesen führen. Zudem führte TML zu einer längeren Verweildauer bei möglichen Alternativen.

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