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Gesünder essen

Grünes Licht für Nutri-Score

Supermarktkunden können sich schon einmal auf ein neues Logo einstellen: den Nutri Score. Wie Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) angekündigt hat, soll das Logo mit den fünf Farben ab Mitte 2020 die neue ergänzende Kennzeichnung für Lebensmittel werden. Es soll möglichst auf einen Blick zeigt, ob es sich um »Dickmacher« handelt oder eben nicht.
dpa/Katja Egermeier
01.10.2019  16:00 Uhr

Über eine Extra-Kennzeichnung, die bei einer gesünderen Ernährung und dem Kampf gegen Übergewicht helfen soll, wird schon sehr lange diskutiert. Für eine möglichst breit getragene Lösung holte Klöckner daher kürzlich Verbraucherschützer und die Wirtschaft ins Boot und ließ insgesamt vier Kennzeichnungs-Modelle in einer großen Verbraucherbefragung testen. Der klare Gewinner in nahezu allen Kategorien: der Nutri-Score.

Das aus Frankreich stammende Logo ging schon als Favorit ins Rennen – seitens Verbraucherschützer, Ärzte und der SPD. Der Vorteil des Systems: Neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz bezieht es empfehlenswerte Bestandteile wie Proteine in eine Bewertung ein und gibt schließlich einen einzigen Gesamtwert an, der in einer fünfstufigen Skala die Nährwert-Bilanz angibt – von Dunkelgrün und Hellgrün für die günstigsten und über Gelb, Orange bis Rot für die ungünstigeren Bilanzen. In der Umfrage lagen 70 Prozent der Teilnehmer richtig, wenn sie bei Testpackungen mit Nutri-Score gefragt wurden: »Welche Pizza trägt am ehesten oder am wenigsten zu einer gesunden Ernährung bei?« Bei den drei anderen Modellen waren es maximal 60 Prozent oder deutlich weniger.

Nährwerttabellen bleiben

Nährwerttabellen mit Angaben auch zu Kalorien sind auf dem EU-Markt schon länger Pflicht, sie sind aber meist auf der Rückseite oder versteckten Stellen der Packung zu finden. Zudem liest laut Umfrage kaum jemand bei allen Produkten das Kleingedruckte.

Der Nutri-Score soll nun auf der Vorderseite stehen, einfach zu verstehen sein und für eine große Zahl an Produkten genutzt werden. Nur dann könnten Verbraucher auch vergleichen, sagt der Chef des Bundesverbands, Klaus Müller. Die Organisation Foodwatch erläutert, in Frankreich habe das Logo zudem dazu geführt, dass viele Produkt-Rezepturen verbessert wurden.

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