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Herpes zoster

Gürtelrose-Impfung schützt bis zu zehn Jahre

Die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) wirkt gut und bietet einen sehr langen Schutz vor einer Erkrankung. Das zeigt die Zwischenauswertung einer Langzeitstudie zu einem der zwei verfügbaren Impfstoffe.
aponet.de/PTA-Forum
10.11.2022  10:00 Uhr

Studien, die für die Zulassung des Impfstoffes Shingrix® von Glaxo-Smith-Kline durchgeführt wurden, ergaben für die ersten vier Jahre nach der Impfung eine Wirksamkeit von 97 Prozent für Personen ab 50 Jahren sowie 91 Prozent für Personen ab 70 Jahren. Die geimpften Personen wurden weiter beobachtet, und eine neue Auswertung des Impfschutzes nach zehn Jahren zeigt nun, dass der Impfstoff sie immer noch zu 89 Prozent vor einer Erkrankung schützt. Zu bislang unbekannten Nebenwirkungen kam es in dieser Zeit nicht.

Gürtelrose wird durch Windpocken-Viren (Varizella-Zoster-Viren) verursacht: Nach einer meist in der Kindheit überstandenen Windpocken-Erkrankung verbleiben die Viren lebenslang in Nervenzellen des Gehirns und Rückenmarks im Körper. Sie können reaktiviert werden und eine Gürtelrose auslösen, wenn das Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise im Alter, bei Stress oder durch andere Erkrankungen.

Bei etwa 80 Prozent der Patienten kündigt sich der Zoster mit Prodromalsymptomen an. Dazu zählen unspezifische Beschwerden wie leichtes Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Wenn sich die Viren entlang von Nervenbahnen ausbreiten und für Entzündungen sorgen, zeigen sich im betroffenen Hautareal (Dermatom) Symptome. Typisch sind Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen und als Hauptmanifestation ein Hautausschlag, der aus gruppenförmig angeordneten, mit einer serösen Flüssigkeit gefüllten Bläschen besteht. Die Bläschen platzen nach ein paar Tagen auf, trocknen ein und verkrusten. Die Effloreszenzen entstehen meist nur auf einer Körperhälfte und zeigen sich überwiegend auf dem Rumpf, mit zunehmendem Alter auch im Kopfbereich. Die Krankheit kann über Monate und sogar Jahre hinweg auch nach Abklingen der Hautsymptome noch Nervenschmerzen verursachen, die die Betroffenen stark beeinträchtigen.

In Deutschland ist der Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix erst seit Mitte 2018 auf dem Markt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ihn für alle Personen ab 60 Jahren sowie bei Personen ab 50 Jahren, bei denen eine Immunsuppression oder andere schwere Grunderkrankung bestehen. In Deutschland ist zudem ein Lebendimpfstoff gegen Gürtelrose mit dem Namen Zostavax auf dem Markt, den die STIKO wegen eingeschränkter Wirksamkeit und begrenzter Wirkdauer jedoch nicht als Standardimpfung vorsieht.

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