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Herpes Zoster

Gürtelrose rechtzeitig erkennen

Therapie auf drei Ebenen

Eine Gürtelrose muss in den meisten Fällen so schnell wie möglich behandelt werden. Ausnahmen kann es bei jungen Menschen geben, die nicht schwer erkrankt sind. Bei der Therapie geht es darum, Patienten Schmerzen in der Akutphase zu nehmen, den Zosterausschlag einzudämmen und chronische Verläufe zu verhindern. Zur antiviralen Therapie stehen die Nukleosidanaloga Aciclovir (oral und parenteral) und Brivudin (oral) zur Verfügung. Die Haut profitiert von einer Zinkoxid-Schüttelmixtur wie Lotio alba, kombiniert mit Lokalanästhetika wie Polidocanol. Antihistaminika können den Juckreiz lindern. Gegen Schmerzen kommen zum Beispiel Ibuprofen und Paracetamol zum Einsatz, in schweren Fällen Tramadol oder andere Opioide. Nervenschmerzen lassen sich auch mit tricyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin oder Clomipramin dämpfen sowie mit Antikonvulsiva wie Carbamazepin oder Gabapentin.

Vorbeugen lässt sich einer Gürtelrose mit Hilfe einer Impfung. Seit März 2018 steht dafür »Shingrix« zur Verfügung, ein rekombinanter, adjuvantierter Subunit-Totimpfstoff zur Verhinderung von Herpes Zoster und dessen Folgen für Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Die STIKO empfiehlt diese Impfung allen Personen ab 60 Jahren sowie Menschen ab 50 Jahren, die ein erhöhtes Risiko tragen, an einer Gürtelrose zu erkranken. Seit März 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Impfung bei den von der STIKO genannten Gruppen.

Anstecken möglich

Gar nicht erst an Windpocken erkranken und damit auch keine Gürtelrose bekommen können, das wäre die beste Option. Leider schützt auch eine Windpocken-Impfung, wie sie Babys standardmäßig verabreicht wird, nicht vor Gürtelrose. Man kann trotzdem im Laufe des Lebens daran erkranken, weil der Impfstoff stark abgeschwächte Erreger enthält, die ebenfalls in den Nervenzellen persistieren können. Gürtelrose ist ansteckend, genauer gesagt, die Flüssigkeit in den Bläschen. Die Übertragung findet via Schmierinfektion statt. Wer noch keine Windpocken hatte und auch nicht dagegen geimpft ist, wird durch eine Ansteckung über eine Gürtelrose zunächst die Windpocken bekommen.

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