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»Der Mensch ist eine Uhr«
Gut schlafen, gesünder Leben

Weniger Schlaf, weniger Leistung

Egal, ob es um die negativen Folgen von Schichtarbeit oder die bisher vernachlässigten Auswirkungen der Informationstechnik und Digitalisierung geht: Es sei eine der großen Leistungen der Chronobiologie, deutlich gemacht zu haben, dass die Leistungsfähigkeit des Menschen nach einer bestimmten Wachzeit ohne erholsamen Schlaf rapide sinkt. Die Missachtung dieser Tatsache könne zu schweren körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen und somit zum Raubbau am menschlichen Leben führen.

»Wer zehn Nächte hintereinander nur sechs Stunden schläft, befindet sich, was Leistungsvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit, Gedächtnis und Urteilskraft angeht, in einem Zustand, als hätte er ein Promille Alkohol im Blut«. Und: »Es führt kein Weg daran vorbei: Der Mensch muss sein Schlafbedürfnis stillen. Er kann nicht auf Kosten seines inneren Taktes und somit seines Schlafbudgets leben«, sagt der Forscher. »Mehr als 16 Stunden Wachzeit liegen nicht drin«.

Chronisches Hyperarousal

Schlafdefizite und -störungen, die durch falsche Verhaltensweisen ausgelöst werden, lassen sich durch entsprechende Verhaltenskorrekturen, also den Ausschluss der schlafstörenden Ursachen, wieder beheben. Das unterstreicht die »Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin« (DGSM), die in dieser Hinsicht ebenfalls mehr Selbstreflexion und Eigenverantwortung fordert.

Auch die DGSM warnt vor der Entwicklung chronischer Schlafstörungen, wenn akute Stressoren und schlafschädigende Gewohnheiten nicht behoben werden. Das gelte gerade für Menschen mit entsprechenden Prädispositionen, also genetisch oder neurobiologisch erhöhter Sensibilität, bei denen es nach Ablauf belastender Ereignisse nicht zur Herabregulation des Stresssystems kommt.  Dieses bleibe dann kognitiv, emotional und physiologisch permanent überaktiviert, was als chronisches »Hyperarousal« (arousal = allgemeiner Grad der Aktivierung des zentralen Nervensystems mit erhöhtem Sympathikotonus) bezeichnet wird. Auf diese Überaktivierung sei auch das Gefühl von Betroffenen, »nicht abschalten zu können«, zurückzuführen. Hier könne nicht nur die Einhaltung der normalen Regeln für einen gesunden Schlaf sorgen (siehe Kasten »Wege zu mehr Schlaf«).

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