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Langfristig gut gelaunt

Gute Stimmung zum Futtern

Viele Menschen greifen nach einem anstrengenden Tag oder frustrierendem Erlebnis zu Süßigkeiten, Eis oder Fertiggerichten. Wer seiner Psyche aber wirklich etwas Gutes tun möchte, sollte besser Gemüse essen, wie eine Ernährungspsychiaterin nun erklärt.
Aponet.de
07.04.2022  12:00 Uhr

Zwar könne der Körper besonders die Aminosäure Tryptophan zur Bildung des stimmungsaufhellenden Botenstoffes Serotonin nutzen, wenn reichlich Kohlenhydrate vorhanden sind, so Dr. Uma Naidoo, ausgebildete Köchin und Direktorin für Ernährungs- und Stoffwechselpsychiatrie am Massachusetts General Hospital in Boston. Das führe im Gehirn zunächst zu einem guten Gefühl – könne sich aber nach einer Weile ins Gegenteil umkehren. Der Grund: Das gute Gefühl macht süchtig und führt dazu, dass der Körper Nahrungsmittel fordert, die letztendlich auf die Stimmung schlagen, da sie auch den Blutzucker in die Höhe treiben: Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt, raffiniertes Mehl oder gesättigte Fettsäuren begünstigen Entzündungen, die stark mit Depressionen verbunden sind.

Umgekehrt sprächen Forschungsergebnisse dafür, dass viel Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte das Risiko für Depressionen senken könnten, indem sie Entzündungen entgegenwirken: Laut einer Metaanalyse sinkt das Risiko für Depressionen pro 100 Gramm verzehrtem Obst oder Gemüse um bis zu 5 Prozent. Da Salat aber keinen unmittelbaren angenehmen Effekt erzeugt, verbinde man ihn nicht mit positiver Stimmung.

Der Verzehr von Vollwertkost und pflanzlichen Lebensmitteln ist Naidoo zufolge also der beste Weg, dauerhaft bei guter Stimmung zu bleiben. Gelegentlich zu sündigen sei aber in Ordnung. »Wichtiger ist, was Sie täglich essen«. Naidoo rät daher zu einer langsamen Ernährungsumstellung: Zunächst Lebensmittel reduzieren, die Depressionen auslösen. Dazu gehören stark verarbeitete Lebensmittel mit wenig Ballaststoffen. Dann könnten Ballaststoff- und Folsäure-reiche Lebensmittel hinzugefügt werden. »Folsäure ist ein essentieller Nährstoff, der nachweislich Depressionen lindert«, so Naidoo. Spinat, Rosenkohl und Spargel seien besonders reich an Folsäure. Gewürze wie Ingwer, Kurkuma und schwarzer Pfeffer würden zudem helfen, Entzündungen zu reduzieren, ebenso Omega-3-Fettsäuren, die in fettem Fisch und Leinsamen enthalten sind.

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