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Typ-2-Diabetes

Gute Werte durch die Nahrung

Weniger Kohlenhydrate?

Aus dem Essen erhöhen vor allem die Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit. Deshalb ist eine Ernährung mit einem geringeren Anteil an Kohlenhydraten – auch Low Carb genannt – bei Typ-2-Diabetikern beliebt. Zu den Kohlenhydraten gehören Einfach- und Zweifachzucker wie Glucose oder Saccharose sowie Mehrfachzucker wie Stärke. Zwei- und Mehrfachzucker setzen sich aus mehreren Einfachzuckermolekülen zusammen, die bei der Verdauung zerlegt und an das Blut abgegeben werden.

Teilweise lassen sich in Studien durch eine kohlenhydratreduzierte Ernährung günstige Effekte auf postprandiale Blutzuckerspiegel (nach den Mahlzeiten) beobachten. Eine moderate Low-Carb-Ernährung könnte daher durchaus sinnvoll sein, insgesamt ist die Evidenz aber noch nicht sehr groß. Auch Patienten mit erhöhten Triglyceriden könnten von einer Kohlenhydrataufnahme profitieren, die im unteren Bereich der empfohlenen Bandbreite liegt. Weniger als 45 Energieprozent Kohlenhydrate sollten es allerdings nicht sein.

Eine strenge Beschränkung von Kohlenhydraten wird von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) nicht empfohlen. Es besteht die Gefahr, dass die Patienten durch die einseitige Diät zu viel Fett aufnehmen. Insgesamt ist weniger der genaue Anteil von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett in der Ernährung entscheidend, sondern vielmehr sind es Art und Quelle dieser Nährstoffe.

Empfehlenswert ist es, kohlenhydrathaltige Lebensmittel zu bevorzugen, die viele Ballaststoffe enthalten. Denn diese sorgen dafür, dass der Zucker langsamer ins Blut übergeht. Der Blutzucker steigt weniger stark an, was extreme Spitzen verhindert. Dadurch muss der Körper weniger Insulin pro Zeit ausschütten. Gleichzeitig sinken die Werte langsamer wieder ab. Das trägt zur besseren Sättigung bei – günstig auch für alle, die abnehmen wollen. Experten empfehlen Menschen mit Diabetes, statt der empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe am Tag sogar 40 Gramm aufzunehmen.

Hauptlieferanten sind Vollkorngetreideprodukte wie Brot, Vollkornreis, -nudeln oder -flocken, Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte. Produkte aus Weißmehl, die überwiegend Stärke, aber wenige Ballaststoffe enthalten, sind weniger empfehlenswert. Auch wegen des geringen Ballaststoffgehalts werden Diäten mit einem niedrigen Kohlenhydratgehalt als problematisch angesehen. Es fehlen aber dann nicht nur Ballaststoffe, sondern auch andere wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Zahlreiche Studien bestätigen besonders den positiven Effekt von Vollkornprodukten in der Prävention und Therapie des Diabetes. Der positive Effekt lässt sich aber nicht alleine dadurch erklären, dass durch die Ballaststoffe der Blutzucker und damit der Insulinstoffwechsel nach einer Mahlzeit weniger stark belastet werden. Diabetesforscher gehen vielmehr davon aus, dass kurzkettige Fettsäuren, die durch den bakteriellen Abbau von löslichen Ballaststoffen im Dickdarm entstehen, eine entscheidende Rolle spielen. Sie wirken chronischen Entzündungsreaktionen entgegen und verbessern die Insulinsensitivität der Körperzellen. Eine Ernährungsweise mit einem hohen Gehalt an löslichen Ballaststoffen trägt aber nicht nur zur besseren Kontrolle des Blutzuckers bei. Sie hilft außerdem, LDL-Cholesterinwerte und erhöhte Blutdruckwerte zu senken.

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